Eltern verzweifelt gesucht
04.09.2018 • 22:15 - 22:45 Uhr
Report, Gesellschaft und Soziales
Lesermeinung
Vom Kinderheim in die Familie:  Die neunjährige Nermina hat bei Anne (45), Frank (47) und deren großer Tochter Lönja ein neues Zuhause gefunden.
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Vom Kinderheim in die Pflegefamilie: Pflegekind Nermina (9) hat nach drei Jahren im Heim endlich ein neues Zuhause gefunden.
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Vom Kinderheim in die Pflegefamilie: Die neunjährige Nermin hat drei Jahre im Heim gelebt und gewöhnt sich jetzt wieder an einen normalen Familienalltag.
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Vom Kinderheim in die Pflegefamilie: Anne (45), Frank (47) und ihre Teenager-Tochter Lönja wollen Pflegekind Nermina (rechts im Bild)  ein neues Zuhause geben.
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Beratungstermin: Die Pflegeeltern Anne (45) und Frank (47) sprechen beim Kölner Jugendamt über die Entwicklung ihrer Pflegetochter Nermina.
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Anne (45) macht Schulaufgaben mit ihrer Pflegetochter Nermina (9), die eine Förderschule besucht und sich oft nur schwer auf das Lernen konzentrieren kann.
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Lönja (14) hat eine neue Pflegeschwester bekommen: Die neunjährige Nermina (l.) hat vorher drei Jahre im Kinderheim gelebt.
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Vom Kinderheim in die Familie: Nermina (9) hat drei Jahre im Kinderheim gelebt und nun mit Frank (47) einen Pflegevater bekommen.
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Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
Report, Gesellschaft und Soziales

Keine leichte Aufgabe

Von Andreas Schöttl

Das Paar Anne und Frank hat ein Pflegekind bei sich aufgenommen. Vor allem die Anfangszeit eines neuen Zusammenlebens gestaltete sich schwierig, wie eine Dokumentation im Rahmen von "37°" zeigt.

Einem fremden Kind ein neues Zuhause geben: Das war der Plan von Anne und Frank aus Köln. Das Paar hatte sich dazu entschieden, die Verantwortung einer Pflegeelternschaft zu übernehmen. Viele andere Menschen scheuen diesen Schritt. Zahlen belegen das: Allein in Deutschland sind mehr als 75.000 Kinder in Pflegeheimen untergebracht, weitere 95.000 in Heimen. "Eltern verzweifelt gesucht" ist der Titel einer nach Ursachen forschenden Dokumentation von Phillis Ferner. Sie taucht sogar hinab in Kinderseelen und zeigt, wie schwer es ist, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Anne und Frank sowie die gemeinsame Lönja haben länger gebraucht, ihrer Pflegetochter Nermina eine richtige Familie zu werden.

Nermina, die Pflegetochter von Anne und Frank, hatte es nicht leicht. Ihre eigenen Eltern haben sich früh getrennt, die Mutter ist psychisch schwer erkrankt. Da sich niemand in ihrer frühen Kindheit ausreichend um sie kümmern konnte, kam sie ins Kinderheim. Drei Jahre lang lebte sie dort, bis Anne und Frank sie aufnahmen.

Obwohl sich ihr Herzenswunsch nach einer Familie doch erfüllte, war der Anfang schwer – für alle Beteiligten. Nermina war so viel Harmonie nicht gewohnt. Auch bei ihren schulischen Leistungen hinkte sie weit hinterher. "Als Pflegefamilie musst du Geduld haben und Frust aushalten können", stellte Anne, eine Sozialpädagogin, schnell fest. Ihre leibliche Tochter, die 14-jährige Lönja, wurde direkter. "Manchmal, wenn Nermina so ausrastet, denke ich, es geht einfach nicht mehr", gibt sie zu.

In der Dokumentation reden alle Beteiligten, Pflegetochter wie Pflegefamilie, sehr offen darüber, wie schwer es wirklich ist, zueinander zu finden. Nermina hat einen anfangs steinigen Weg voller Vorbehalte inzwischen überwunden. Die nun vierköpfige Familie denkt noch einmal über "Nachwuchs" nach. Ein weiteres Pflegekind soll einziehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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