Erzgebirgskrimi - Familienband
16.08.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach) besucht im Krankenhaus das Baby von Ado Nyangabo (Seedy Touray).
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Mutter Corinna Ott (Katharina Wackernagel, 2.v.l.), Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach, 3.v.l.) mit Hund Wolke, Kommissarin Karina Szabo (Lara Mandoki, 4.v.l.) und Onkel Ralph Ott (Götz Schubert, 3.v.r.) starten eine Suchaktion nach einem verschwun
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Hauptkommissar Robert Winkler (Kai Scheve, 2.v.r.) und seine Kollegin Karina Szabo (Lara Mandoki, r.) besuchen das Grundstück der Familie Ott, wo Polizeihauptmeister Wagner (Thomas Bading, 3.v.l.) schon die Suche nach der verschwundenen Tochter Mia Ott ei
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Die Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach, r.) und ihr Vater Georg Bergelt (Andreas Schmidt-Schaller, M.) unterstützen Hauptkommissar Robert Winkler (Kai Scheve, l.) bei der Suchaktion nach dem vermissten Mädchen.
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Originaltitel
Erzgebirgskrimi
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Ein Volksstück über Radikalismus und Fremdenfeindlichkeit

Von Hans Czerny

In einem aufgelassenen Bergwerksstollen findet die Erzgebirgsförsterin Saskia Bergelt dank ihres Hundes Wolke ein zwei Monate altes verlassenes Baby. Als zugleich der Tod einer jungen Mutter gemeldet wird, ergibt sich im nun wiederholten "Erzgebirgskrimi" von 2023 ein tragischer Zusammenhang.

Der "Erzgebirgskrimi – Familienband", der achte Film der populären ZDF-Reihe, wurde im November 2023 erstausgestrahlt, kurz vor der dunklen Winterzeit also und nicht allzu lange vor Weihnachten. Für einen deftigen Erzgebirgskrimi im märchenhaften Thrillerton ist das die beste Zeit. Doch dieser Fall um die Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weißbach) und die Chemnitzer Kommissare Robert Winkler (Kai Scheve) und Karin Szabo (Lara Mandoki) rückt weniger weihnachtliche Handwerkskunst und Erzgebirgsbräuche in den Vordergrund (wie noch "Ein Mord an Weihnachten" im Jahr zuvor), sondern widmet sich mit dem Phänomen der Fremdenfeindlichkeit einem aktuellen Alltagsproblem.

Dass er das etwas zu schematisch in Schwarzweiß-Schablonen tut, schmälert die gute Absicht nicht, der gesellschaftspolitische Hintergrund gibt dem sonst gerne Heimat-tümelnden Regionalkrimi aus Sachsen einen neuen Akzent. Das ZDF wiederholt den "Erzgebirgskrimi – Familienband" am Samstagabend zur Primetime. In der Mediathek ist er bereits vorab abrufbar.

In einem aufgelassenen Förderstollen findet Försterin Saskia ein erst zwei Tage altes schwarzes Baby verlassen und unterkühlt auf, zeitgleich wird die Leiche der erst 16-jährigen Mutter des Säuglings entdeckt. Mia und der junge Flüchtling Ado (Seedy Touray) aus Burundi, so stellt sich heraus, waren ein Liebespaar, sie wollten mit ihrem Baby nach Tschechien fliehen. Könnte Ado Mias Mörder sein? Andererseits wirken Mias Eltern Frank und Corina Ott (Peter Schneider, Katharina Wackernagel), aber auch ihr Zwillingsbruder Moritz seltsam verschlagen.

Störrisches Schweigen des Zwillingsbruders

Während Kommissar Winkler das verstörte Schweigen des Bruders aufzubrechen versucht, gibt sich dessen Onkel Ralph (Götz Schubert) als exzessiv radikaler Heimatschützer zu erkennen. Er will Ado unbedingt den Mord in die Schuhe schieben. Die Sätze, die er Mias Vater Frank entgegenwirft, lassen an Fremdenfeindlichkeit und rassistischem Gedankengut wenig aus. Schubert, sonst als "Butsch" Schulz in den Wolfsland-Krimis eine zuverlässige Größe, übertreibt hier etwas zu sehr, erst nach der Läuterung gewinnt er an Glaubwürdigkeit. Weniger also wäre mehr gewesen.

Wie es sanfter geht, macht der nicht weniger konservative Revierförster (Andreas Schmidt-Schaller) vor. Mit bürgerlichen Vorbehalten nähert er sich dem jungen Flüchtling an, den die Försterstochter Saskia gar bei sich aufnehmen will. "Und was ist, wenn der Mob hierherzieht?", merkt der Herr Förster da angesichts protestierender Fackelträger an.

Drehbuch (Susanne Schneider) und Regie (Thorsten M. Schmidt) halten es vielfach mit Cliffhangern und öffnenden Ellipsen an entscheidenden Stellen (was ist wirklich mit Ado passiert?). Das verstärkt den ruhigen, düsteren Gang dieses Erzgebirgsmärchens, zumal der bedrohliche Score von Andreas Koslik auch fehlende Spannung ersetzen kann. Mehr als die sonst übliche Erzgebirgsfeier ist das allemal.

Lara Mandoki verlässt den "Erzgebirgskrimi"

Lara Mandoki, die seit Beginn der Reihe vor sechs Jahren die Ermittlerin Karina Szabo verkörpert, sagte 2023 im Gespräch mit der Agentur teleschau über den "Erzgebirgskrimi – Familienband": "Für mich ist es der wichtigste und schönste Film, den wir gemacht haben." Die Münchnerin mit ungarischen Wurzeln sei an ihn "total anders herangegangen als an die Erzgebirgskrimis davor, weil mich das Thema persönlich so interessiert hat. Im Gegensatz zu den anderen Filmen wurde hier weniger Folklore bedient, sondern er ist sehr viel näher an der Lebensrealität der Menschen dran."

Vor einigen Wochen verkündete Mandoki, Tochter des Musikers Leslie Mandoki, ihren überraschenden Ausstieg aus der Reihe. Sie wolle sich zukünftig mehr anderen Projekten widmen, sagt sie, die Standardaussage in solchen Fällen. Der 15. und letzte Erzgebirgskrimi mit Lara Mandoki ist bereits abgedreht, der Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest. Am Samstag, 30. August, sowie eine Woche vorab in der Mediathek ist zunächst einmal der 13. Fall im ZDF zu sehen. Er trägt den Folgentitel "Über die Grenze".

Erzgebirgskrimi – Familienband – Sa. 16.08. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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