Fleischlos glücklich - Die Geschichte der Vegetarier
22.11.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Demonstration für die Schließung von Schlachthöfen: Das Töten von Tieren wirft seit jeher philosophische Fragen auf.
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Die amerikanische Autorin und Aktivistin Frances Moore Lappé (li.) in ihrer Küche. Sie sieht in vegetarischer Ernährung einen Weg, Hunger zu bekämpfen und die Umwelt zu schonen.
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Vegetarische Hindu-Mahlzeit: Im heutigen Indien bleibt vegetarische Ernährung auch ein Ausdruck sozialer Abgrenzung – sie spiegelt Machtverhältnisse und Kastenhierarchien wider.
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Gandhi als Anwalt in Johannesburg um 1894: Der indische Menschenrechtskämpfer war ein Verfechter der vegetarischen Lebensweise.
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Originaltitel
L'adieu à la viande : La grande histoire des végétariens
Produktionsland
F
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Eine Idee mit langer Tradition

Von Hans Czerny

Gerösteter Blumenkohl an Birne? – Warum auch nicht. Vegetarisch zu essen ist neuerdings en vogue. Aber ihren Ursprung hatte die Idee der fleichlosen Kost schon in einer indischen Gemeinschaft von Asketen vor 2.600 Jahren.

Fleischlos zu essen, etwa gerösteten Blumenkohl an Birne, ist keine Erfindung unserer Tage. Vegetarier zu sein, ist kein kurzlebiger Trend, beweist Martin Blanchard (ARTE F) in seinem kulturkritischen Film "Fleischlos glücklich – Die Geschichte der Vegetarier". Weil der Mensch in der Lage ist, den Hunger auch ohne Fleisch zu stillen, kam früh der Gedanke auf, dass das Töten eines Lebewesens, das "am Leben festhalten" will, nicht unbedingt ethisch wertvoll sei. Die Geschichte der Vegetarier reicht von indischen Asketen im 7. Jahrhundert vor Christus über römische Philosophen wie Seneca bis hin zum Aufklärer Voltaire und zu Ärzten wie dem Schotten George Chayne, einem Diätentwickler, der gelegentlich selbst 200 Kilogramm auf die Waage brachte, aber auch zum Amerikaner Dr. Kellogg, der bekanntlich die Cornflakes erfand.

Besonders militant trieb es eine Verfechterin des Naturkults auf dem Monte Verità am Lago Maggiore, die es auf den einfachen Nenner brachte: "Fleischessen ist Leichenfraß". – Da würde man es dann doch lieber mit den Indern aus dem 7. Jahrhundert vor Christus halten, die der Welt entsagen, die Seele reinigen und auf materielle Güter verzichten wollten. Gewaltlosigkeit war ihnen oberstes Gebot. Am liebsten aber hält man es mit Voltaire, der für die freie Entscheidung – Fleisch oder Pflanzen – plädierte. Das allerdings nicht ohne Absicht: Er wollte einst gegen kirchliche Fasten-Vorschriften revoltieren.

Alles in Maßen dürfte aus medizinischer Sicht das Gebot der Stunde sein. Doch der ARTE-Film will nicht belehren. Er gibt nur einen informativen Querschnitt durch die Geschichte des Vegetarismus mitsamt den Auswüchsen auf beiden Seiten wieder.

Fleischlos glücklich – Die Geschichte der Vegetarier – Sa. 22.11. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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