Runde fünf für die ZDF-Reihe "Fluss des Lebens" – diesmal geht's nach Namibia. Für Zündstoff sorgt nicht nur der Familienkonflikt, sondern auch die deutsche Vergangenheit.

Den Tod eines geliebten Menschen zu verkraften, ist keine leichte Sache. Die Phasen der Trauer bergen enormes zwischenmenschliches Konfliktpotenzial – das macht sich nun auch das ZDF-Melodram "Fluss des Lebens – Okavango" zunutze. Nach dem Tod ihrer Mutter müssen der pubertäre Julian (Tom Gronau) und seine seitdem stumme kleine Schwester Lilly (Matilda Jork) wieder den Kontakt zu ihrem entfremdeten Vater aufnehmen. Der ließ seine Familie einst sitzen und wanderte nach Namibia aus. Begleitet von ihrer Tante Charlotte (Christina Hecke) machen sie sich auf den Weg nach Südwestafrika. Wird Vater Gunnar (Roeland Wiesnekker) irgendwann lernen, Verantwortung zu übernehmen? Oder bleibt er für seine Kinder ein "Fremder Vater", wie es der Untertitel suggeriert? Das ZDF zeigt den neuen Teil seiner "Fluss des Lebens"-Reihe als TV-Premiere.

Eines muss man dem Film von Torsten C. Fischer lassen: gemeinsam mit seinem Kameramann Ralf Noack sind ihm spektakuläre Bilder gelungen, die eine gehörige Portion Fernweh aufkommen lassen. Ebenfalls zugutehalten muss man dem Melodram aus der Feder Caroline Hechts, dass auch die deutsche Kolonialvergangenheit Erwähnung findet. Die nationale wie regionale Kultur wird überdies respektvoll behandelt. Wer sich an der Oberflächlichkeit von Plot und Figuren nicht stört, erlebt mit dem bildschön fotografierten Liebesdrama durchaus sehenswerte TV-Unterhaltung.

Mit "Okavango" geht die beliebte TV-Reihe bereits in die fünfte Runde. Bislang spielten die Filme schon am Amazonas, am Ganges sowie an der Donau und an der Loire. Demnächst entführt das ZDF-Format die Zuschauer dann nach Thailand, an die Grenze zu Myanmar. Teil sechs spielt am Mae Nam Khwae Yai, besser bekannt unter seinem internationalen Namen: River Kwai.


Quelle: teleschau – der Mediendienst