Geruchlos, farblos, hochgiftig und langlebig: sogenannte PFAS-Chemikalien. Das Trinkwasser im US-Bundesstaat Georgia ist stark belastet - und hat viele Anwohner schwer krank gemacht. Über Jahrzehnte setzt die amerikanische Teppichindustrie PFAS in der Produktion von schmutzabweisenden Textilien ein. Die toxischen Stoffe, die auch "forever chemicals" genannt werden, gelangen in Flüsse, Böden und letztlich ins Trinkwasser Hunderttausender Menschen. Pine Chapel Road, ein idyllischer Landstrich im Nordwesten von Georgia, wo Rinderherden friedlich grasen. Doch es ist stark mit Klärschlamm und PFAS verseucht. Eines von vielen giftigen Gebieten in diesem Landesteil. In den 1930er-Jahren entwickelt der amerikanische Chemiekonzern Dupont diese sogenannten PFAS: Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Künstliche Chemikalien, die Wasser, Fett und Schmutz abweisen. Sie bauen sich kaum ab und werden deshalb "forever chemicals" genannt - zu Deutsch "Ewigkeitschemikalien". Spätestens ab den 1970er-Jahren finden sie in Textilien, Anti-Haft-Beschichtungen, Waschmitteln und Kosmetika Verwendung. Die Textil- und Teppichfabriken in Dalton, Georgia, und Umgebung haben über Jahrzehnte PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) verwendet, um Teppiche schmutz- und wasserabweisend zu machen. Produktionsabfälle und Abwasser wurden oft ungefiltert auf Felder oder in Gewässer geleitet. In Georgia und in Teilen der angrenzenden Bundesstaaten Alabama und South Carolina ist das Trinkwasser besonders stark mit PFAS belastet. Anwohner der betroffenen Regionen weisen überdurchschnittlich hohe Chemikalienwerte im Blut auf. PFAS werden mit Krebs, Schilddrüsenerkrankungen, Leberschwäche und hormonellen Störungen in Verbindung gebracht. Viele Unternehmen stellten den Einsatz von PFAS erst ab 2019 ein. Das Fatale: Die Chemikalien bleiben über Jahrzehnte in Umwelt und Körper. Die Reinigung der Gewässer ist kostspielig für Behörden und Gemeinden. Juristische Klagen und politische Debatten über den Einsatz und die Folgen von PFAS dauern an. Der Film zeigt, wie es durch ein Zusammenspiel aus Industrieinteressen, mangelnder Regulierung und verspäteter wissenschaftlicher Erkenntnis bei den Behörden zur Kontaminierung einer ganzen Region kommen konnte - mit Folgen, die bis heute nicht vollständig erforscht und gelöst sind.
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