Grzimeks Vermächtnis
31.03.2026 • 22:10 - 22:55 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Bernhard Grzimek bei Dreharbeiten in der Serengeti für seine Sendung „Ein Platz für Tiere“.
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Vorsicht Faultier! Nur Zoodirektor Prof. Dr. Bernhard Grzimek darf es wagen, in die Nähe der beiden Zehenfaultiere zu kommen, die er aus dem Frankfurter Zoo ins Fernsehstudio mitgebracht hat.
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Der Nationalpark Serengeti in der Regenzeit.
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Bernhard Grzimek bei Dreharbeiten in der Serengeti für „Die Serengeti darf nicht sterben“.
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Originaltitel
Grzimeks Vermächtnis - Wie weit darf Naturschutz gehen?
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Grzimeks Vermächtnis

Bernhard Grzimek gilt in Deutschland als Ikone des Naturschutzes und Tierfilms. Schon früh setzte er sich gegen Robbenschlachten und Legebatterien ein und begeisterte Millionen mit seiner ARD-Fernsehsendung "Ein Platz für Tiere". Mit einem Zootier auf dem Arm bat er um Spenden für bedrohte Arten - und sammelte so Millionen für den Naturschutz. Mit seinem Film "Serengeti darf nicht sterben" holte er den ersten Oscar für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch Grzimeks Vermächtnis hat auch Schattenseiten. Als 1959 die Grenzen des Serengeti-Nationalparks neu gezogen wurden, verloren Tausende der dort lebenden Massai ihre Heimat. Bis heute machen viele Massai Grzimek und sein Engagement für Naturschutz mit dafür verantwortlich. Grzimeks Vision: Die Menschen vor Ort sollten die Natur unberührt lassen - Touristen hingegen waren willkommen. Heute stehen erneut über 100.000 Massai vor der Umsiedelung. Biologen sehen die wachsende Bevölkerung am Rand des Serengeti-Nationalparks als Gefahr für die Tierwelt. Zugleich belasten etwa eine halbe Million Touristen pro Jahr das empfindliche Ökosystem. Der Serengeti-Nationalpark zeigt, dass Naturschutz kein einfaches Erfolgsmodell ist, sondern oft ein Konflikt zwischen den Interessen verschiedener Gruppen. Es geht um mehr als einen Nationalpark: Es geht um die Frage, wie Naturschutz und Menschenrechte zusammengehen können. Wie lässt sich eine gerechte Lösung finden, wenn auf der einen Seite die Bevölkerung im globalen Süden wächst und Naturflächen beansprucht, während auf der anderen Seite die Industrieländer überproportional viele Ressourcen verbrauchen? Die Weltgemeinschaft hat sich im Naturschutzabkommen von Montreal das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der globalen Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Angesichts von Klimawandel, Artensterben und postkolonialer Aufarbeitung stellt sich mehr denn je die Frage: Wie weit darf Naturschutz gehen? (HR)

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