Hilfe, die Berliner kommen! Wie Zuzug Brandenburger Dörfer verändert
20.05.2026 • 20:15 - 21:00 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Vergrößern
Originaltitel
Hilfe, die Berliner kommen! Wie Zuzug Brandenburger Dörfer verändert
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Info, Gesellschaft + Soziales

Hilfe, die Berliner kommen! Wie Zuzug Brandenburger Dörfer verändert

Etwa 200.000 Menschen sind in den vergangenen zwölf Jahren aus Berlin in brandenburgische Dörfer gezogen. Viele weitere Familien haben sich Wochenendhäuser zugelegt. Oft bringen die Zugezogenen Leben und Kaufkraft in von Überalterung und Abwanderung geprägte ländliche Räume. Aber nicht immer bringen sie allen nur Freude. An wenigen Orten kollidieren die Kulturen aus Stadt und Land so wie in Gerswalde in der Uckermark. Manche Alteingesessene kritisieren, hier habe sich eine Blase aus Berliner Hipstern gebildet, die das Dorf gentrifiziere, aber gleichzeitig mit den Menschen vor Ort wenig Berührungspunkte habe. Gerd Henselin vom Kultur- und Heimatverein sieht vor allem die Entwicklung der Grundstückspreise mit Sorge, für viele Menschen aus der Region seien sie längst zu teuer geworden. Während die Einwohnerzahl seit Jahren sinkt, sind Parkplätze rund um die Dorfkirche an den Wochenenden bei Ausflugswetter fast so schwer zu bekommen wie am Berliner Helmholtzplatz. Der Grund: der Große Garten, den die Künstlerin Lola Randl vor einigen Jahren für großstadtmüde Kreative schuf. Mina Mahouti will hier ein Bistro eröffnen, rausziehen wird sie aber nicht: "Ich will auf das Leben in Berlin nicht verzichten." Lola Randl selbst hat dem Landleben inzwischen den Rücken gekehrt. Sie kommt nur noch auf Besuch. "Ich bin fremd geblieben, richtig Wurzeln geschlagen habe ich im Dorf nicht", sagt sie. Auch ein Solarpark sorgt für Konflikte. Während die Gemeinde mehrheitlich auf zusätzliche Einnahmen hofft, fürchten vor allem Zugezogene um die Aussicht aus ihren Häusern und Ferienimmobilien. Doch es gibt auch versöhnliche Zeichen: Der neue Verein "Miteinander-Füreinander" möchte Brücken zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen bauen. Die Mutter von Lola Randl will den Großen Garten nutzen, um Gemüseanbau für Gerswalder aus beiden Bubbles zu ermöglichen. Und Gerd Henselin konnte mit seinem Verein die alte Feuerwache sanieren und zu einem Treffpunkt für das Dorfleben umbauen.

Das beste aus dem magazin

Ein Paar steht im Sonnenuntergang am Strand und hat sich in den Armen.
Reise

Ein schöner Urlaub für alle: Barrierefrei reisen

Barrierefreies Reisen ist für Menschen mit verschiedenen Einschränkungen möglich. Ob Unterkunft, Sehenswürdigkeiten oder Mobilitätsservice – "Reisen für alle" bietet die passende Lösung.
Das Buch „Nimm den Zwängen die Macht. Zwangsstörungen und Zwangsgedanken verstehen, sich ihnen stellen und Freiheit zurückgewinnen “
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Nimm den Zwängen die Macht"

Zwangsstörungen belasten Betroffene und sind oft schwer nachvollziehbar. Ein neuer Ratgeber erklärt die Unterschiede zwischen Marotten und krankhaften Zwängen und gibt wertvolle Tipps zur Überwindung.
Midge Ure guckt in die Ferne.
HALLO!

Midge Ure: "Es ist entweder mutig oder komplett verrückt"

Midge Ure, ehemaliger Frontmann von Ultravox, kehrt mit einem neuen Doppel-Album zurück. Im Interview spricht er über seine musikalische Entwicklung, den Einfluss von Kraftwerk und seine Entscheidung für ein Doppel-Album.
Professor Dr. Sven Ostermeier
ist Facharzt für Orthopädie und 
Unfallchirurgie, Sportmedizin, 
Chirotherapie und spezielle 
orthopädische Chirurgie. Der 
Schulter- und Knie-Experte arbeitet als leitender Orthopäde 
der Gelenk-Klinik Gundelfingen. 
Außerdem ist er Instruktor der  Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA).
Gesundheit

E-Bike oder Fahrrad: Was ist besser für Rücken, Knie und Gelenke?

E-Bikes gelten als gelenkschonend und bequem. Doch sind sie auch genauso gut für Knochen und Gelenke wie klassisches Radfahren?
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt 
und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, 
Hörfunk und als Buchautor.
Gesundheit

Wer viel misst, misst Mist

Selbsttests in Drogeriemärkten versprechen schnelle Diagnosen durch Künstliche Intelligenz. Doch wie zuverlässig sind diese Tests wirklich? Dr. Heinz-Wilhelm Esser, bekannt als "Doc Esser", erklärt die Risiken und betont die Bedeutung ärztlicher Erfahrung.
Martin Brambach im Anzug.
Star-News

Martin Brambach über seine Rolle als Ronnie im "Tatort": "Es ist schwer, eine gute Rolle loszulassen"

Martin Brambach macht nicht nur als Tatort-Ermittler eine gute Figur. In „Mit Herz und Hilde“ spielt er Ronnie, einen Mann, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird, dabei aber gleichzeitig die Gegenwart nicht aus den Augen verliert.