Ich will mein Glück zurück
14.11.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Komödie
Lesermeinung
Paul (Helmut Zierl) will Ulla (Michaela May) zurückgewinnen
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Ulla (Michaela May, re.) und Rita (Angela Roy) sprechen sich aus
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Ulla (Michaela May) macht sich chic für die Goldene Hochzeit
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Ulla (Michaela May, 2. v. re.), Ritas Tochter Henriette (Katrin Ingendoh, Mitte) und Sina (Lieselotte Voß, re.) empfangen die Gäste für die goldene Hochzeitsfeier
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Originaltitel
Ich will mein Glück zurück
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Altersfreigabe
6+
Fernsehfilm, Komödie

Nicht ohne meine Torte!

Von Martina Maier

50 Jahre auf dem Dampfer namens Eheglück – und plötzlich kommt der Eisberg: Goldbraut Michaela May muss sich in der Rolle der verlassenen Ehefrau Ulla neu erfinden. Das gelingt ihr mit Bravour im hochkarätig besetzten ARD-Film "Ich will mein Glück zurück".

Die eigene goldene Hochzeit auf einem Ausflugsdampfer zu feiern, könnte sich Schauspieler Helmut Zierl, laut eigener Aussage, im Leben nicht vorstellen. Seine Figur Paul im Freitagabend-Film "Ich will mein Glück zurück" (Regie: Christina Adler) tut jedoch genau das, mit einer Abweichung vom Protokoll: Statt der Erneuerung des Ehegelübdes verspricht Paul seiner entsetzten Goldbraut Ulla (Michaela May), sie zu verlassen, weil er sich in ihrer beider Freundin Rita (Angela Roy) verliebt habe. Für Ulla bricht eine Welt zusammen. Dachte sie doch seit 50 Jahren, dass die Freundschaft zu Rita und deren Mann Robert (Ernst Stötzner), mit denen sie eine Doppel-Goldhochzeit feiern, für sie und Paul unumstößlich sei. Man war sich nah wie in einer Familie. Und nun? Gibt es die Chance, den untreuen Gatten zu bekehren, oder wird jetzt ein neuer Kurs eingeschlagen? Michaela May und Helmut Zierl brillieren in einer Dramödie, die Spaß macht und doch auch nachdenklich stimmt.

Träume bis zur Buchsbaumhecke

Ulla wähnt sich auch nach 50 Ehejahren auf Wolke sieben mit ihrem Paul. Über gelegentliche Seitensprünge hat sie immer wieder bereitwillig hinweggesehen ("Papa weiß, wo er hingehört!"), den gemeinsamen Sohn mit Hingabe aufgezogen und dafür ihren Beruf als Grundschullehrerin an den Nagel gehängt. Dass Paul dieses vermeintliche Riesenglück, inklusive Eigenheim, von heute auf morgen mit den Worten: "Das Problem ist, dass deine Träume an der Buchsbaumhecke in unserem Vorgarten enden" verlässt, erscheint ihr wie ein irrationaler Albtraum.

Ihre karrierefokussierte Freundin Rita (Angela Roy) dagegen, mit der sich Paul einen gemeinsamen Neuanfang verspricht, will nur Sex und denkt nicht daran, eine feste Beziehung einzugehen. Währenddessen zieht Ulla alle Register, um Paul (dessen Credo "Leidenschaft wohnt direkt neben der Jugend!" ist) wieder nach Hause zu locken. Als sogar die selbstgemachten Fenchel-Hack-Frikadellen scheitern, dämmert es ihr, dass es Zeit ist, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Ein Film mit Happy End?

Unmittelbar nach der Trennung hatte Ulla ein Stück ihrer Hochzeitstorte, eingefroren seit 50 Jahren, aus dem Gefrierfach geholt, um es demonstrativ in den Müll zu schmeißen, was sie natürlich nicht übers Herz bringen konnte. Dieses Sahneteilchen ist durch den ganzen Film hinweg eine Art Anker für Ulla, auch, als sie sich zu verändern beginnt: Immer wieder nimmt sie es in die Hand, betrachtet das kleine Brautpaar darauf und bringt es dann schnell wieder in die Sicherheit des Eisfachs. Als Paul seine Sachen ausräumt, Ulla eine Maklerin für den Verkauf ihres Heims ins Haus schickt und seine Frau zwingt, nach einem halben Jahrhundert in die Berufstätigkeit einzusteigen: Die Torte bleibt.

Doch was Ulla selbst nicht für möglich gehalten hätte, passiert: Göttergatte Paul verliert allmählich an Wichtigkeit, als Ulla wieder auf die Füße kommt, und zwar auf die eigenen: Mit Kraft und Mut wagt sie schließlich einen Neuanfang und beginnt, sich in ihrer Rolle als selbständige Frau wohlzufühlen. Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende, denn plötzlich steht Paul vor der Tür – gibt's jetzt Torte zur Versöhnung?

Ulla ist nicht nur Glucke, Rita nicht nur Karrierefrau und Paul nicht nur Schuft: Autorin Claudia Kratochvil erzählt eine bewegende Geschichte mit facettenreichen Figuren, die über herzzerreißende Momente, aber auch besonderen Witz mit spritzigen Dialogen verfügt. So berichtet Helmut Zierl, er habe laut gelacht, als Ritas Enkelin herausplatzt: "Was kann ich denn dafür, wenn die Alten alle herumficken?" In der Tat wird deutlich, dass sich die Probleme der Best-Ager wenig von denen der jüngeren Generation unterscheiden.

Ich will mein Glück zurück – Fr. 14.11. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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