Jung und Schausteller
17.08.2026 • 05:00 - 05:30 Uhr
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Originaltitel
Jung und Schausteller - Reisefieber im Blut
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
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Jung und Schausteller

Immer auf Achse, immer im Einsatz: Junge Schausteller und Kirmesfans träumen vom Leben unterwegs. Doch wie attraktiv ist der Jahrmarkt zwischen Freiheit, Familientradition und Existenzsorgen? Steigende Kosten, unsichere Einnahmen und wechselhaftes Wetter setzen der Branche zu. Wer heute von Kirmes, Wasen, Wiesn oder Kirchweih leben will, braucht Durchhaltevermögen, Flexibilität und Leidenschaft. "Geht weg, lasst mich das machen!": Energisch greift Dennis Ruppert ein, wenn es beim Aufbau nicht so läuft. "Frisbee" heißt die drehende Schaukel, sie ist 19 Meter hoch, ein Stahlkoloss. Beim Errichten und späteren Betrieb unterstützt ihn Kevin. Der 26-Jährige ist gelernter Garten- und Landschaftsbauer und hat seinen Traum verwirklicht: Er arbeitet auf der Kirmes. "Der Ton ist hier manchmal rau, aber das bin ich vom Gartenbau gewohnt." Inzwischen darf Kevin sogar das Fahrgeschäft führen und die Ansagen am Mikrofon machen. Für sein neues Leben nimmt er vieles in Kauf. Während der Saison wohnt er in einem winzigen Abteil im Mannschaftswagen. "Ich habe hier alles, was ich brauche", meint Kevin. Nur seine beiden kleinen Söhne würde er gern häufiger sehen. Beim Aufbau hilft auch der 15-jährige Emil. Für den Sohn von Dennis Ruppert ist die Zukunft längst klar: "Wenn nächsten Jahr die Schule fertig ist, werde ich hier der Juniorchef." Vanessa B. ist 22 Jahre alt und betreibt ihr eigenes Karussell. Gemeinsam mit ihren Eltern hat sie den "Twister" vor zwei Jahren gekauft und finanziert. Doch das Geschäft ist wetterabhängig. An besonders heißen Tagen bleiben die Besucher aus. "Damit müssen wir Schausteller leben. Mal regnet es in Strömen, mal ist es zu heiß. Das ist Gift fürs Geschäft, aber es kommen auch wieder bessere Tage." Wenn sich schlechte Wochen häufen, wächst die Sorge, die Kreditraten nicht mehr bedienen zu können. Trotzdem bereut Vanessa ihre Entscheidung nicht. Statt später den Betrieb ihrer Eltern zu übernehmen, wollte sie ihren eigenen Weg gehen. "Das ist Arbeit, aber auch ein Spiel", sagt die elfjährige Rebecca. Auf dem Heinerfest in Darmstadt hilft sie im Schoko-Früchte-Wagen ihrer Mutter beim Verkauf. Danach bleibt noch Zeit für die Attraktionen auf dem Festplatz. Am liebsten fährt sie auf einem "Fliegenden Teppich" mit, der einer Tante gehört. Rebecca gehört zu den Kindern, die mit dem Schaustellerleben aufwachsen. Unterrichtet wird sie in einem Schulwagen direkt auf dem Platz. So kann sie unterwegs denselben Stoff lernen wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler an ihrer Heimatschule in Düsseldorf. Wenn sie zurückkehrt, hat sie nichts verpasst. Die "ZDF.reportage" begleitet junge Erwachsene und Kirmeskinder zwischen Fahrgeschäften, Festzelten und Wohnwagen. Der Film zeigt, warum sich auch eine neue Generation für das Leben der Schausteller begeistert - und welchen Preis sie für ihren Traum von Freiheit und Mobilität bezahlt.

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