Kaminer Inside
08.07.2026 • 06:20 - 07:00 Uhr
Natur + Reisen, Land + Leute
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Originaltitel
Kaminer inside
Produktionsland
A, D, CH
Produktionsdatum
2021
Natur + Reisen, Land + Leute

Kaminer Inside

Autor Wladimir Kaminer tourt durch die Klänge Österreichs, trifft dabei auf Weltstars wie Wanda, auf Nachwuchstalente der Rap-Szene und auf die singenden Mönche von Stift Heiligenkreuz. Mit seiner ihm typischen deutsch-russischen Vogelperspektive führt Wladimir Kaminer durch die Dokumentation und geht der Frage nach: Wie klingt das kleine Land Österreich mit seiner großen Musiktradition wirklich? Beschwingt, heiter, melancholisch - diese Mischung findet Kaminer in den Wiener Weinbergen. Dort trifft er auf das Schrammelquartett "Neue Wiener Concert Schrammeln" und die Sängerin Tini Kainrath. Sie pflegen den Wiener Klang der Monarchie, Tänze, Märsche und das Wienerlied. "Damals sind viele östliche Einflüsse nach Wien gekommen. In Ungarn und Tschechien gibt es sehr viele Moll-Tonarten in der Volksmusik, und das prägt die Wiener Volksmusik bis heute", erfährt Kaminer bei einem Gläschen Wein. Heute diese Tradition zu pflegen ist für Tini Kainrath ein politischer Akt: "Das Wienerlied galt in meiner Familie als reaktionär und rechtes Gedankengut. Es war verpönt! Doch ich finde, man darf Traditionen nicht einfach einer politischen Gesinnung überlassen." Über den Dächern von Wien, auf der 54 Meter hohen "Michaelerkuppel" der Wiener Hofburg, trifft der "Russendisko"-Autor auf Marco Wanda, den derzeit erfolgreichsten österreichischen Rock-Export. Die Texte, die er in ausverkauften Hallen singt, sind zwar deutsch, doch die Sprache der Musik ist universell. Trotzdem spielt die Stadt Wien eine wichtige Rolle beim Selbstverständnis der Band: "Wien ist in unseren Texten eine 'Bühne ohne Eigenschaften', auf der sich Dramen entfalten. Wien als Stadt ist so mächtig besetzt, dass es völlig reicht, wenn du Wien singst - du brauchst nur das Wort 'Wien' singen, und jeder hat ein Bild ... du musst es nicht ausformulieren." Beflügelnd und andächtig hingegen klingt der Gregorianische Choral im Stift Heiligenkreuz. Man nennt ihn auch den "Gesang der Engel". Die Zisterziensermönche pflegen die Tradition des gesungenen lateinischen Gebets seit 900 Jahren. Überraschend stürmten sie 2008 die internationalen Charts, überholten sogar DJ Ötzi. "Wir leben in einer Welt, die sehr schnelllebig und manchmal oberflächlich geworden ist. Was auf der CD zu hören ist, ist echt, das ist Leben, das ist authentisch - und das ist das, was die Menschen heute suchen", meint Pater Johannes Paul Chavanne und schickt Wladimir Kaminer zur Chorprobe.

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