Sie nennt sich die "optische Mutter" des Pumuckl: Knapp 60 Jahre ist es her, dass Barbara von Johnson einen von Ellis Kaut ausgeschriebenen Wettbewerb zur Visualisierung des frechen Kobolds gewann. Die Porträtreihe "Lebenslinien" im BR Fernsehen erzählt nun ihre Geschichte.
Grüne Hose, gelbes Hemd und eine knallrote Strubbelmähne: So ist Pumuckl seit Jahrzehnten bei Jung und Alt bekannt. Erdacht wurde der kleine freche Kobold von der 2015 verstorbenen Kinderbuchautorin Ellis Kaut. Erstmals als Figur zu Papier gebracht wurde er von der Illustratorin und Künstlerin Barbara von Johnson. Die BR-Porträtreihe "Lebenslinien" erzählt nun die ganze Geschichte des Pumuckls und seiner "optischen Mutter", wie sich von Johnson selbst nennt.
"Der Pumuckl in mir": Einen besseren Titel hätte Regisseur und Autor Ralph Gladitz für den 45-minütigen Film kaum finden können. Er passt einfach zu gut zu der Erzählung, mit der Barbara von Johnson ihre erste Begegnung mit dem Kobold beschreibt: "Der saß auf meiner Schulter und hat mir die Feder geführt", erinnert sich die heute 79-Jährige. "Er hat gesagt: 'Bitte vorstehende Zähne und mehr Hohlkreuz, bloß keine Schuhe!'" Bereits als Kind hatte sich von Johnson aus der Realität in ihre eigene Fantasiewelt geflüchtet. Hier konnte sie Erlebnisse wie den frühen Tod ihres Vaters verarbeiten. Als Mutter und Großmutter ihr großes Talent fürs Zeichnen entdeckten, begannen sie, das noch junge Mädchen zu fördern und legten so den Grundstein für ihre spätere Karriere.
Im Alter von 21 Jahren gewann Barbara von Johnson schließlich den von Ellis Kaut ausgeschriebenen Wettbewerb zur Visualisierung des Pumuckl. Fortan durfte sie Bücher und Plattenhüllen illustrieren, bekam eine Anstellung in einer Werbeagentur und gestaltete Bühnenbilder für Opern. Doch obwohl sie glücklich und stolz auf ihr Werk ist, schmerzt es sie doch auch, dass ihr sonstiges künstlerisches Schaffen vom Pumuckl in den Hintergrund gedrängt wird.
Von diesen schwierigen Phasen in ihrer Karriere, aber auch von einem persönlichen Schicksalsschlag, einer Brustkrebserkrankung im Jahr 2009, erzählt "Lebenslinien – Der Pumuckl in mir". Der Film läuft am 21. Februar und damit auf den Tag genau 60 Jahre nach der Erstausstrahlung des allerersten Pumuckl-Hörspiels im BR.
Lebenslinien – Der Pumuckl in mir – Mo. 21.02. – BR: 22.00 Uhr