Es gilt als das Bier mit dem herben Aroma: Flensburger. Gebraut in der nördlichsten Brauerei Deutschlands, abgefüllt in traditionellen Bügelflaschen, die beim Öffnen "ploppen". Bundesweit bekannt geworden ist das Bier durch die "Bölkstoff" trinkende Comicfigur "Werner". 1888 wurde das Unternehmen gegründet und ist eine der wenigen größeren Brauereien in Deutschland, die sich weitgehend noch im Familienbesitz befinden. Auch wenn es Zeiten gibt, in dem der Bierkonsum zurückgeht, wächst der Umsatz. Wie kam es zu diesem kleinen Wunder im Norden? Der Film aus der Reihe "Made in Norddeutschland" rekonstruiert die erstaunliche Geschichte des Unternehmens. Manchmal war es schlicht ein Zufall, das sagt der Sprecher der Inhaberfamilien, Andreas Dethleffsen. So hatte sein Großvater Emil Petersen, der Namensgeber der Brauerei, in den 1970er-Jahren die Zeichen der Zeit verschlafen. Statt wie die Konkurrenz auf den kostengünstiger zu produzierenden Kronkorken zu setzen, hielt er an der Produktion des Bügelverschlusses fest. Und der wurde unerwartet zum Kult: Die prollige Comicfigur "Werner", gezeichnet von Rötger Feldmann, machte den "Bölkstoff" deutschlandweit bekannt, unter Studierenden und Motorradschrauber*innen. Zum größten Saufgelage in Schleswig-Holstein anlässlich eines Rennens zwischen Feldmanns Motorrad "Red-Porsche-Killer" und dem Porsche seines Freundes "Holgi" kamen 1988 mehr als 200.000 Menschen. Es wurde überhaupt gern getrunken in der Geschichte der Brauerei: Nach jeder Bierfuhre bekam der Fahrer vom Gastwirt ein Bier und einen Schnaps. Die kippte er weg, daran erinnert sich der ehemalige Bierfahrer Dieter Pawel. Über den Tag kamen so schnell 15 Gläser Bier und Schnaps zusammen. Der Seniorchef der Brauerei, Hans Dethleffsen, erzählt, wie er mit seinem Schwiegervater an manchen Abenden 18 Flaschen Bier konsumierte, zum Missfallen seiner Frau. Inzwischen herrscht in der Brauerei striktes Alkoholverbot. Die Mitarbeiter trinken nur noch Mineralwasser. Immerhin aus der Bügelverschlussflasche, und auch die macht "plopp".
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