PUSH
10.03.2024 • 20:15 - 21:00 Uhr
Serie, Dramaserie
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Push
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Serie, Dramaserie

Zwischen Glück und Frust

Von Susanne Bald

Der Beruf der Hebamme könnte der schönste der Welt sein. Wären da nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der zunehmende Druck. Die Serie "PUSH" erzählt lebensnah vom Alltag dreier Geburtshelferinnen im Ausnahmezustand, großartig besetzt mit Anna Schudt, Mariam Hage und Lydia Lehmann.

Der neue ZDFneoriginal-Sechsteiler "PUSH" folgt dem Alltag der gestandenen Geburtshelferinnen Anna (Anna Schudt) und Nalan (Mariam Hage) sowie der jungen Hebammenschülerin Greta (Lydia Lehmann). Unter hohem Tempo und Dauerstress bewegen sie sich zwischen vorzeitig einsetzenden Wehen, Babys in Beckenendlage und durchdrehenden Eltern. Nicht immer läuft alles glatt, Glück und Leid, Freude und Frust liegen oft nah beieinander auf der Geburtsstation. "Warum redet eigentlich niemand davon, wie krass das ist, was ihr da so anstellt?", staunt ein werdender Vater über seine in den Wehen liegende Partnerin – und könnte ebenso gut die Hebammen meinen und ihre alltägliche Arbeit im Ausnahmezustand.

Hebammen stehen Frauen nicht nur während der Geburt bei, sondern betreuen Mutter und Kind im besten Fall auch während der Wochenbettphase in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Lange Arbeitszeiten, Sparmaßnahmen und der wirtschaftliche Druck machen ihren Beruf nicht unbedingt attraktiv. Das mache man nur mit, "wenn man an das glaubt, was man hier tut", erklärt die Gynäkologin Dr. Keller (Idil Üner) ihrem Gegenüber, als sie zu einer Klage gegen das Krankenhaus und Anna und Nalan befragt wird.

Spagat zwischen bestmöglicher Behandlung und wirtschaftlichem Druck

Bei einem vor wenigen Monaten entbundenen Baby wurde ein Hirnschaden festgestellt, die Eltern unterstellen einen Behandlungsfehler während der Geburt. Anna hatte sie in Vertretung für die erkrankte Nalan durchgeführt, welche Mutter und Baby aber vor und nach der Entbindung betreute. Die Klage gegen sie zieht den schockierten Kolleginnen und Freundinnen den Boden unter den Füßen weg. Der Behauptung, dass Anna womöglich nur deswegen einen Kaiserschnitt durchgeführt habe, weil er für die Klinik lukrativer sei, entgegnet Dr. Keller mit einer beeindruckenden Abrechnung mit dem aktuellen Zustand wohl vieler deutscher Geburtsstationen und ihrer Angestellten. Es ist einer der eindringlichsten unter vielen großen Momenten der Serie: Natürlich bringe eine Sectio der Klinik mehr dringend benötigtes Geld. "Dieser Spagat zwischen der bestmöglichen Behandlung und dem wirtschaftlichen Druck kann einen wahnsinnig machen." Und doch handle man stets im Sinne der Patienten. Der Vorwurf, man sei auf seinen eigenen Vorteil aus, sei daher "wie ein Schlag ins Gesicht", besonders für die Beleghebammen, die über Monate ein Vertrauensverhältnis zu den Frauen aufbauen.

Doch nicht nur der berufliche Stress nagt an den Protagonistinnen der Serie, ihre privaten Probleme strapazieren ihre Belastbarkeit zusätzlich: Annas Ehe liegt in Scherben, Nalan versucht seit zwei Jahren, schwanger zu werden und leidet unter ihrem unerfüllten Kinderwunsch. Dr. Keller wiederum verheimlicht ihre Krebserkrankung und Chemotherapie, während Hebammenschülerin Greta sich in ihren ersten Tagen auf der Geburtsstation zwischen Faszination und Schock zurechtzufinden versucht.

"PUSH", ein Projekt der Allianz New8 aus acht europäischen öffentlich-rechtlichen Anstalten ist ein echtes Programmhighlight. "Von Beginn an war es unser aller Mission, den oftmals romantisierenden Krankenhausserien etwas Echtes gegenüberzustellen", verraten die Produzenten Jochen Cremer und Producerin Marie-Therese Dalke. Das ist dank der lebensnahen, authentischen, teils drastischen Darstellung der Geschehnisse im Kreißsaal und der äußeren Umstände des Hebammenberufs eindrucksvoll gelungen. Der Showrunnerin und Autorin der Serie Luisa Hardenberg stand beim Entstehungsprozess die Geburtshelferin Christiane Hammerl beratend zur Seite, die hofft, dass die Arbeit der Hebammen durch die Serie "eine größere Aufmerksamkeit und Wertschätzung" erhalten möge. Die Chancen dafür stehen ziemlich gut, nicht zuletzt auch dank des perfekt ausgewählten Casts, der von der wie immer tollen Anna Schudt angeführt wird, sowie renommierter Gaststars wie Marleen Lohse und Stefanie Reinsperger.

"PUSH" – So. 10.03. – ZDFneo: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.
Ali Güngörmüs lacht.
HALLO!

TV-Koch Ali Güngörmüs: "Teilen ist das neue Haben"

TV-Koch Ali Güngörmüs hat mit „Meze – Mediterrane Rezepte zum Teilen“ sein neuestes Kochbuch veröffentlicht. Außerdem ist er seit Ende Februar mit „Roadtrip Australien“ wieder bei Kabel Eins zu sehen.
Dr. Thomas Schneider im Porträt.
Gesundheit

Schmerzhafter Ballenzeh: OP nötig oder geht’s auch ohne?

Zu enge Schuhe können auf Dauer einen schmerzhaften Ballenzeh, den Hallux valgus, verursachen. Nicht immer muss operiert werden. In welchen Fällen konservative Behandlungen ausreichen, welche OP-Methoden besonders schonend sind und wie man vorbeugen kann – diese Fragen hat prisma dem leitenden Orthopäden und Fußchirurgen der Gelenk-Klinik Gundelfingen, Dr. Thomas Schneider, gestellt.
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen.
Gesundheit

Deshalb ist passendes Schuhwerk für Kinderfüße so wichtig

Kinderfüße wachsen in Schüben, was oft zu zu kleinen Schuhen führt. Worauf Eltern bei Kinderschuhen achten sollten, um gesunde Füße zu fördern, erklärt ein Arzt.