Pflege - Hilft denn keiner?
25.03.2020 • 20:15 - 21:01 Uhr
Info, Zeitgeschehen
Lesermeinung
Roswitha pflegt Kurt seit sieben Jahren. Rund um die Uhr. Ihren Beruf musste sie aufgeben und auch sonst verzichtet sie auf vieles, was das Leben ausmacht.
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Roswitha pflegt Kurt seit sieben Jahren. Rund um die Uhr. Ihren Beruf musste sie aufgeben und auch sonst verzichtet sie auf vieles, was das Leben ausmacht.
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Mitarbeiter und Pfleglinge der Seniorengenossenschaft Riedlingen
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Roswitha pflegt Kurt seit sieben Jahren. Rund um die Uhr. Ihren Beruf musste sie aufgeben und auch sonst verzichtet sie auf vieles, was das Leben ausmacht.
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Originaltitel
betrifft
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2018
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Pflege - Hilft denn keiner?

Rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Ihre Zahl steigt, 2030 könnten es nach seriösen Schätzungen schon 3,5 Millionen Menschen sein. Derzeit werden zwei Drittel der Pflegebedürftigen zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt - zumeist von ihren Frauen oder Töchtern. Doch immer weniger Angehörige sind dazu bereit oder in der Lage, nicht zuletzt wegen des Armutsrisikos, das damit einhergeht. Kurt ist 69 und stark pflegebedürftig, seit er infolge eines Herzinfarkts einen Hirnschaden erlitten hat. Seine Frau Roswitha pflegt ihn zu Hause, seit sieben Jahren, inzwischen rund um die Uhr. Mit viel Liebe und Fantasie kämpft sie täglich dafür, dass er trotz seiner Krankheit Freude am Leben hat. Sie selbst jedoch verzweifelt zunehmend - weil sie keinen passenden Platz in einer Tagespflege findet, der sie entlasten könnte, und sei es nur stundenweise. Weil Roswitha keine Zeit mehr hat, ihren Beruf auszuüben, ist es finanziell eng, und für ihre Rente sieht sie ohnehin schwarz.

Deutschland ist eine alternde Gesellschaft. Eine wachsende Zahl kranker, gebrechlicher Menschen würdig zu versorgen, ist eine Herausforderung. Aber dieser Herausforderung wird die Politik nicht gerecht. Ein Kernproblem: Pflege in Deutschland ist inzwischen ein Geschäft. Große Konzerne sind machtvolle Akteure auf dem Pflegemarkt. Es fehlt an Fachkräften in den Pflegeberufen: Die Arbeit in der Pflege ist anstrengend, belastend und in der Regel schlecht bezahlt. Ob in der ambulanten Pflege oder in den Heimen: Meist fehlt es den Pflegern an Zeit, sich um den einzelnen Menschen zu kümmern. Kommerzielle Anbieter dünnen Personal aus, um die Rendite zu steigern - mit schlimmen Folgen für die Pflegebedürftigen. Der Staat verlässt sich darauf, dass die Familien durch Eigenarbeit oder Geld die Lücken schließen.

Der Film erzählt vom Kampf der pflegenden Angehörigen und von den Nöten professioneller Pfleger. Nicht zuletzt erklärt er, woran menschenwürdige Pflege oft scheitert. Aber die Dokumentation zeigt auch Wege aus dem Notstand. Dazu braucht es eine willige Kommune, ein gut funktionierendes Netzwerk und vor allem: die Möglichkeit, jeden Pflegefall ganz individuell zu lösen. Damit möglichst viele Menschen möglichst lange zu Hause leben und gepflegt werden können.

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