Weit weg von ihrer Heimat beginnen Espérance, Minh und Aswin eine Pflegeausbildung in Deutschland. Der schwierige Start in einem fremden Land ist für alle eine große Herausforderung. In der Ausbildung müssen sie nicht nur fachliche Anforderungen genügen. Hinzu kommen sprachliche Hürden, kulturelle Unterschiede und die Herausforderung, sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Espérance kommt aus Benin. Menschen zu berühren, nicht nur mit Worten, sondern mit Aufmerksamkeit und Nähe, ist ihr Antrieb. Deshalb steigt die 25-Jährige jeden Morgen mit einem Lächeln aufs Fahrrad und fährt zur Ausbildung. Im Unterricht helfen ihr Übersetzungsprogramme bei schwierigen Fachbegriffen. Im Pflegealltag setzt sie vor allem auf ihre Empathie: "Ich mache einfach mit, lache mit den Menschen, singe mit ihnen. Im Unterricht lerne ich dann, warum das wirkt und was ich damit bewirken kann." Rassistische Erfahrungen hat sie bislang kaum gemacht. Doch die Ausbildung bleibt eine Herausforderung. Gemeinsam mit 21 Mitschülerinnen und Mitschülern lernt sie an einer Pflegefachschule, viele von ihnen kommen mit geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland. Die Schulleitung rechnet damit, dass mehrere Auszubildende vorzeitig aufgeben werden. Minh stammt aus Vietnam. Die Pflegefachschule organisierte ihm ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, das er mit Aswin aus dem indischen Bundesstaat Kerala teilt. Beide absolvieren ihre Ausbildung bei der Diakonie Nordsachsen. Der erste Einsatz: die ambulante Pflege. Nicht immer fällt es Minh leicht, die älteren Menschen zu verstehen, besonders wenn sie Dialekt sprechen. Umso mehr beeindruckt ihn die Geduld, mit der ihm viele Patienten begegnen. Es ist eine der ersten positiven Erfahrungen nach seiner Ankunft in Deutschland. Für seine Zukunft hat Minh klare Vorstellungen: Er möchte bleiben, eine Familie gründen und sich hier ein Leben aufbauen. Über eine Partnerin, ob aus Vietnam oder Deutschland, würde er sich freuen. Doch zunächst gilt es, in der fremden Sprache und im neuen Alltag anzukommen. Aswin kocht gerne und geht offen auf Menschen zu. "Ich bin kommunikativ und finde schnell einen freundlichen Zugang zu anderen", sagt der 20-Jährige. Auf die Idee, Pflegefachkraft zu werden, brachte ihn eine Cousine, die bereits in Deutschland in der Pflege arbeitet. Der Einstieg war jedoch härter als erwartet. Vor allem bei den ersten Einsätzen musste er sich an Situationen gewöhnen, mit denen er zuvor nie in Berührung gekommen war. So nah hatte er den Alltag kranker und pflegebedürftiger Menschen noch nie erlebt.
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