Portugal - Europas Wilder Westen
26.04.2026 • 16:30 - 17:15 Uhr
Natur + Reisen, Land + Leute
Lesermeinung
Ein Rudel iberischer Wölfe ist in der unzugänglichen Bergwelt Nordportugals auf der Jagd.
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Den scharfen Augen der Gänsegeier entgeht nichts. Landet einer, heißt das für alle anderen: es gibt was zu holen. Der Hirschkadaver ist ein gefundenes Fressen.
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Die Haut der Nacktschnecken enthält giftige Substanzen. Mit grellen Warnfarben signalisieren sie Ungenießbarkeit.
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Einst waren die Mönchsgeier in Portugal fast ausgerottet. Heute gibt es wieder über 20 Brutpaare.
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Originaltitel
Abenteuer Erde
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Altersfreigabe
12+
Natur + Reisen, Land + Leute

Portugal - Europas Wilder Westen

Portugal birgt viele Überraschungen. Sein Klima ist geprägt von altantischer Kühle im Norden und mediterranem Flair im Süden. So hat sich ein Mosaik unterschiedlichster Lebensräume entwickelt - jeder mit einzigartigen Bewohnern. Christian Baumeisters filmische Entdeckungsreise durch Portugals Natur präsentiert das beliebte Touristenland aus einem ganz anderen Blickwinkel. Sie folgt seiner wilden, ungezähmten Tierwelt und stellt mit atemberaubenden Luftaufnahmen seine ungeahnte landschaftliche Vielfalt vor. Die Reise beginnt am westlichsten Rande Europas, von wo einst Seefahrer auszogen, um die Welt zu erkunden. Hier präsentiert sich die Küste rau und ungestüm, sturmgepeitschte Wassermassen prallen mit ungebremster Wucht auf die Felsen. Ausgerechnet diese letzte Bastion vor dem Atlantik hat sich eine Storchenkolonie zum Nisten ausgesucht. Die Störche vom Cabo Sardão, 150 Kilometer südlich von Lissabon, sind die einzigen der Welt, die auf Felsen brüten. Warum gerade hier, bleibt ihr Geheimnis. Wer spät aus dem Winterquartier kommt, muss mit Randplätzen vorliebnehmen und läuft stets Gefahr, seine Brut an Wind und Wellen zu verlieren. Die Iberischen Steinböcke ziehen sich deshalb gerne in höhere Lagen zurück. Zwar ist die Nahrung hier karg und das Gelände schroff, aber daran sind die großen Ziegen perfekt angepasst. Im Nordosten Portugals, wo sich der Fluss Douro entlang der spanischen Grenze gen Süden schlängelt, suchen Gänsegeier die Täler nach Kadavern ab. Abgeschirmt von den hohen Bergketten des Nordens ist es hier viel trockener. Die großen Aasfresser arbeiten im Team - hat einer etwas erspäht und landet, lockt das etliche Artgenossen herbei. Doch ihre Überzahl schützt sie nicht vor den größeren und kräftigeren Mönchsgeiern - kampflos müssen sie ihnen das Feld überlassen. Mit Überschreiten des Tejo in südlicher Richtung ändert die Landschaft ihr Gesicht erneut. Das Klima gelangt unter mediterranen Einfluss. Wo einst lichte Wälder wuchsen, erstreckt sich heute eine weite Steppenlandschaft - der Alentejo. Hier hat die Großtrappe, mit 15 Kilo einer der schwersten Flugvögel der Welt, noch viel Raum für ihre spektakuläre Balz. Bevor er zur Paarung schreitet, zeigt der Hahn ein äußerst erstaunliches Verhalten. Mit einer gezielten Ölkäferdiät beugt er Geschlechtskrankheiten vor. Wo Korkeichenwälder die Landschaft dominieren, geht im Schutz der Dunkelheit ein geheimnisvoller Jäger auf die Pirsch. Die Weidensperlinge, die in den Korkeichen nisten, müssen sich in Acht nehmen. Die Ginsterkatze ist ein geschickter Kletterer, auch wenn sie näher mit Hyänen, als mit echten Katzen verwandt ist. Am südlichsten Ende von Portugal angekommen - weit entfernt von den nebelumwobenen Bergen des Nordens - liegt die Algarve: Mit 300 Sonnentagen im Jahr ist die Region eine der sonnenreichsten Europas. Hier geht, gut getarnt, das wärmeliebende Chamäleon auf die Jagd. Und in der einzigartigen Lagunenlandschaft Ria Formosa führen die Männchen der Winkerkrabben eine beeindruckende Choreografie auf, um Weibchen in ihre Sandröhren zu locken. Berühmt ist die Algarve insbesondere für ihre imposanten Felsformationen, über Jahrmillionen von Wind und Wellen geschaffen. Wirkt die Steilküste über Wasser abweisend und lebensfeindlich, eröffnet sich Unterwasser eine wahre Wunderwelt. Hier vollbringt ein eher unscheinbares Tier etwas, das sonst nur Pflanzen gelingt: Die Grüne Samtschnecke lagert Chloroplasten in ihrer Haut ein und betreibt damit Photosynthese.

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