Luis Mata ist erst vor wenigen Wochen in Madrid angekommen. In seiner Heimat Venezuela wurde der 24-Jährige politisch verfolgt, verhaftet und misshandelt. Insgesamt saß er ein Jahr in einigen der berüchtigten Haftanstalten Venezuelas. Schließlich floh er - über Brasilien nach Spanien. Jetzt beginnt für ihn ein neues Leben im Exil. Luis hat PR und Jura studiert, doch in Madrid muss er bei null anfangen. Er lebt zunächst in einem vom Roten Kreuz bezahlten Hotel am Stadtrand, bekommt 56 Euro im Monat staatliche Unterstützung. Allein das Ticket für die U-Bahn kostet schon 36 Euro. Luis sucht dringend Arbeit und eine eigene Wohnung. Unterstützung erhofft er sich von seiner Mutter, die schon vor Jahren nach Spanien geflohen ist. Doch auch sie lebt von wenig. Gleichzeitig hat Luis eine Mission: Er will weiter für die Demokratie in Venezuela kämpfen. Er schließt sich einer Exil-NGO an, trifft andere Venezolaner in Bars und auf Märkten. Über Videoanrufe bleibt er mit Freunden in der Heimat verbunden. Auch Yasmina Hera lebt erst seit einem Jahr in Madrid. Die 52-jährige ehemalige Journalistin kam mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Söhnen. Heute arbeitet sie in einem Lager, befristet und schlecht bezahlt. Immerhin: Gerade hat sie für ihre Familie eine neue, bezahlbare Wohnung gefunden. In Spanien leben rund 400.000 Venezolaner im Exil, allein 200.000 von ihnen in Madrid. Sie alle stehen vor derselben Herausforderung: ein neues Leben beginnen - und gleichzeitig die Hoffnung auf eine Rückkehr nicht ganz aufgeben.
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