Wettermacher
04.03.2026 • 00:00 - 01:35 Uhr
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Lesermeinung
Meteorologe Wladimir
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Meteorologen schauen auf den Leuchtturm
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Meteorologin Sascha
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Die Insel „Chodowaricha“ im Winter
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Originaltitel
Wettermacher
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Altersfreigabe
12+
Info, Menschen

Wettermacher

Irgendwo im Nirgendwo der russischen Arktis befindet sich der einsamste Arbeitsplatz der Welt: die Wetterstation Chodowaricha mit ihrem alten Leuchtturm auf einer Landzunge in der Barentssee. Über ein halbes Jahr lang herrscht hier Polarnacht, wildeste Eisstürme brausen um den knarrenden Turm. In dieser Einöde arbeitet der Meteorologe Wladimir Fokusow (60). Seit Jahren beobachtet und dokumentiert er das Polarwetter, das auch die Wettervorhersagen in Deutschland bestimmt. Tag für Tag sammelt Wladimir wichtige Messwerte wie Luft- und Bodentemperatur, Windrichtung und -geschwindigkeit, Niederschlagsmenge und Luftdruck. Wenn man Wladimir bei seiner Arbeit zuschaut, hat man das Gefühl, er würde das Wetter nicht beobachten, sondern es wie ein Zauberer selbst machen. Wladimir, Chef der Wetterstation, wurde an diesen gottverlassenen Ort zwangsversetzt wegen eines bis heute nicht aufgeklärten, mysteriösen Todesfalls einer jungen Mitarbeiterin auf seiner letzten Wetterstation. Zu Wladimirs Meteorologen-Team gehört ein junges Ehepaar, Alexander (26) und Sascha (28). Das Pärchen kam erst kürzlich auf die Wetterstation, und zwar auch nicht ganz freiwillig. Alexander war Berufssoldat, war in vier Kriegen im Einsatz, bis er eine lebensgefährliche Verletzung erlitt und einen Monat im Koma lag. Als er aufwachte, saß seine Mutter am Bett und sagte zu ihm: "Junge, bevor du Amok läufst und Menschen erschießt, kann dir nur eins helfen: die Isolation." Alexander absolvierte eine Meteorologen-Ausbildung und ging in die Einsamkeit. Dort lernte er Sascha kennen, die wiederum durch eine Ehehölle gegangen war. Ihr erster Mann erhängte sich vor ihren Augen. Das Paar ist fest entschlossen, die eisige Einsamkeitsprüfung zu bestehen und die Station zu übernehmen, wenn der alte Chef in Rente geht. Zum Team der Meteorologen gehört der Hund Jack, der eines Tages spurlos verschwunden ist. Es heißt, er sei weggelaufen oder aber von einem der Meteorologen im Suff erschossen worden. Einen Nachbarn haben die Meteorologen in der Eisöde, den alten Vasilij, der hier als Sohn einer Meteorlogin und eines Leuchtturmwärters geboren wurde. Vasilij hat eine Mission: den alten Leuchtturm, der immer schiefer wird, vorm Umstürzen zu retten. Seit über 100 Jahren werden hier durch die Versorgungsschiffe einmal im Jahr riesige Öl- und Benzinfässer gebracht, und noch nie wurde ein leeres mitgenommen. So rostet das Zeug vor sich hin. Der Ort ähnelt heute einem apokalyptisch, gespenstischen Schrottfriedhof, auf dem keiner mehr wohnen will, außer der Protagonisten. Als Alexander die Station für mehrere Tagesreisen wegen eines Zahnarzttermins verlassen muss, passiert etwas. Wladimir macht sich an Sascha ran und verschwindet von der Station. Anfang Juli, wenn das Meer eisfrei wird und nur noch Packeisfelder glitzern, kommt ein Eisbrecher. Das Versorgungsschiff macht in zwei bis drei Kilometer Entfernung auf dem Meer fest. Von seinem Deck aus startet ein Hubschrauber, der Proviant für das ganze kommende Jahr bringt. Geplant war ein Film über den Mikrokosmos einer Gemeinschaft von Wetterleuten, die aus der polaren Einsamkeit Wetterdaten funkt, die für Wetterexperten auf der ganzen Welt wertvolle Informationen liefern. Wie schaffen die Einsiedler den alltäglichen Kampf mit der Materie auszuhalten? Die menschlichen Schicksale, die dann im Winter und im Sommer weiter mit der Kamera verfolgt werden, erschüttern auch das Filmteam. Der Dokumentarfilm ist eben nicht planbar, genauso wie das Wetter und das Leben.

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