In Zeiten, zu denen die Staaten mit Milliarden-Eurobeträgen jonglieren, ist die deutsch-deutsche Währungsunion vom 01. Juli 1990 fast vergessen. Damals wurde die Ostmark der DDR-Bürger in D-Mark umgetauscht. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion galt es, 460 Tonnen Geldscheine auf DDR-Banken zu verteilen.

Am 06. Februar 1990, fünf Monate vor dem Tag der Währungsunion vom 01. Juli 1990, hatte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl dem DDR-Ministerpräsidenten Hans Modrow das Angebot einer Währungsgleichstellung gemacht. Dieser Plan rief in Wirtschaftskreisen Bestürzung hervor, man befürchtete den wirtschaftlichen Bankrott der DDR. Doch die Währungsunion – Renten, Pensionen und Gehälter wurden eins zu eins umgestellt – trat innerhalb weniger Monate in Kraft. 30 Jahre danach schildern im Film aus der Reihe "Geschichte im Ersten" (ARD / BR) Zeitzeugen ihre Erlebnisse und Erinnerungen an einem denkwürdigen Tag.

Im Frühsommer 1990 rollten zahllose Geldtransporter der Deutschen Bundesbank mit Tonnen von Geldscheinen in Milliardenbeträgen aus Frankfurt am Main in Richtung DDR. Auf holprigen Wegen gelangten die teils von der Nationalen Volksarmee eskortierten, teils auch nur getarnten Transporter an ihre Ziele, wo erwartungsfrohe DDR-Bürger bereits in den frühen Morgenstunden vor teils improvisierten Bankschaltern auf die Geldausgabe warteten. Die Barbeträge – ab 2.000 DM – waren je nach Alter und Dauer der Einlagen gestaffelt und mussten zuvor beglaubigt sein.

Es war der womöglich größte Geldtransport der deutschen Geschichte: 441 Millionen Banknoten mussten gedruckt, 102 Millionen Münzen geprägt werden. Bundesbank-Filialen im Osten wurden neu eingerichtet, Computer verfrachtet. Aber auch das alte DDR-Geld wurde aus den Tresoren geräumt: Zunächst in Kiesgruben verscharrt, wurde es am Ende in Müllverbrennungsanlagen versorgt.

Geschichte im Ersten: Wie die D-Mark in den Osten kam – Mo. 29.06. – ARD: 23.30 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH