Y-Kollektiv: Adrenalinsucht Trainsurfing
18.11.2026 • 22:15 - 22:45 Uhr
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Originaltitel
Adrenalinsucht Trainsurfing
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
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Y-Kollektiv: Adrenalinsucht Trainsurfing

Sie klettern auf fahrende S-Bahnen, Regionalzüge und ICEs, filmen sich dabei und verbreiten die Aufnahmen auf TikTok, Instagram und Snapchat: Trainsurfen ist lebensgefährlich – und trotzdem zieht die Szene seit ein paar Jahren wieder mehr junge Menschen an. Was treibt sie dazu, sich für wenige Minuten Adrenalin einer tödlichen Gefahr auszusetzen? Und welche Rolle spielt Social Media dabei? Leo (Name geändert) aus Leipzig ist seit sechs Jahren Trainsurfer. Hunderte Fahrten hat der 18jährige hinter sich. Was mit der Faszination für Züge begann, ist für ihn zu einer Gewohnheit geworden, von der er nur schwer loskommt. S-Bahn und Regionalzüge reichen ihm längst nicht mehr. Die Herausforderung wird größer, das Risiko steigt. Leo spricht selbst davon, die "Dosis" immer weiter steigern zu müssen. Gleichzeitig weiß er, wie schnell ein Unfall tödlich enden kann. Der Film begleitet Leo in seinem Alltag und versucht zu verstehen, was hinter dem Trainsurfing steckt. Er erzählt von Problemen in Familie und Schule und davon, dass das Surfen für ihn eine Flucht aus seinem Alltag ist. Mehrfach hat er über eine Therapie nachgedacht, sie aber nicht durchgezogen. Auf Social Media veröffentlicht er seine Aktionen und erreicht damit andere Jugendliche. Er weiß, dass seine Videos Nachahmer animieren können. Trotzdem macht er weiter. In München trifft Y-Kollektiv-Reporter David Donschen zwei ehemalige Trainsurfer: Bartel und Ronny (Namen geändert) haben selbst jahrelang die Grenzen ausgetestet. Bis es zu einem schweren Stromunfall mit der Oberleitung kam. Die beiden haben aufgehört – zumindest mit dem Trainsurfen. Ganz verschwunden ist die Suche nach dem Nervenkitzel aber nicht. Heute zieht es sie noch immer an Orte, an denen sie Grenzen austesten. Ihre Geschichte zeigt, wie schwer es sein kann, eine Szene und ein Lebensgefühl hinter sich zu lassen, selbst wenn man die Konsequenzen am eigenen Körper erlebt hat. Auch für Bahnmitarbeitende und die Polizei hat das Trainsurfing Folgen. Ein Zugbegleiter und ein Lokführer aus Hessen berichten von den Konsequenzen für den Bahnverkehr und die Kollegen. Die Bundespolizei versucht, junge Menschen mit Gesprächen und Präventionsangeboten zu erreichen. Doch gerade bei den Jüngsten ist die Szene häufig Teil des Freundeskreises und damit schwer zu durchbrechen. Der Film fragt, warum aus einem riskanten Hobby eine Form von Abhängigkeit werden kann – und was passieren muss, damit junge Menschen wieder davon loskommen. Leo sucht weiterhin den nächsten Kick. Bartel und Ronny kennen den Moment, in dem aus dem Spiel mit der Gefahr plötzlich bitterer Ernst wird. Zwischen diesen Perspektiven erzählt die Reportage von einer Jugendkultur, die zwischen Freiheit, Anerkennung und Lebensgefahr steht.

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