ZDFbesseresser: Die Tricks der deutschen Restaurants
21.03.2023 • 20:15 - 21:00 Uhr
Info, Essen + Trinken
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
BesserEsser - Lege packt aus
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Info, Essen + Trinken

Was wirklich auf den Tellern landet

Von Aylin Rauh

In der letzten Folge der laufenden Staffel von "ZDFbesseresser" ist der Koch und Produktentwickler Sebastian Lege auf einer besonderen Mission unterwegs: Er will die "Tricks der deutschen Restaurants" aufdecken. Unter anderem geht es um knusprige Flammkuchen und leckere Schnitzel.

Ein hauchdünnes Schnitzel mit Kartoffelsalat oder ein knuspriger Flammkuchen frisch aus dem Ofen – wer sagt da schon nein? Vor allem, wenn es sich angeblich um "hausgemachte" oder "selbst gemachte" Speisen handelt? Aber Obacht: Was für die meisten ziemlich ansprechend klingt, ist bei manchem deutschen Restaurant eine Masche, um so viele Gäste wie möglich anzulocken – tatsächlich offerieren sie Industrieprodukte für einen zu hohen Preis. Produktentwickler Sebastian Lege geht in seiner "ZDFbesseresser"-Reihe der Sache auf den Grund und führt in der Dokumentation "Die Tricks der deutschen Restaurants" ein Experiment durch, welches die Wahrheit ans Licht bringen soll.

Für das Experiment baut der 44-jährige Koch mit seinem Team ein eigenes Restaurant nach: "Zum lustigen Lege". Dorthin lädt er ausgewählte Testgäste ein, die seine Speisen probieren sollen. "Die passende Ablenkung für die Gerichte, die jetzt kommen", verrät der Koch, denn, was die Kundschaft nicht wissen durfte: Einige Speisen wurden nur mit Industrieprodukten, auch Convenience-Produkte genannt, zubereitet.

Aus billig mach teuer

Während des "Kochvorgangs" stellt Lege die künstlichen Produkte auch selbst her und deckt Tricks auf, die in der deutschen Gastronomie verwendet werden, um drei Ziele zu erreichen: Kosten einsparen, das Image von "hausgemachtem" Essen verkaufen und das fehlende Personal kompensieren. Über 80 Prozent der deutschen Restaurants greifen mittlerweile auf Produkte der Lebensmittelindustrie zurück.

So wie bei einem klassischen Schnitzel, dessen Zubereitung recht viel Zeit erfordert. Aus diesem Grund wird bereits fertiges und hoch verarbeitetes Fleisch bei Gastronomie-Lieferanten bestellt. So können Köche innerhalb kürzester Zeit Schnitzel mit den unterschiedlichsten Beilagen zubereiten. Selbst Spiegeleier werden mithin fertig und eingefroren angeboten. Und auch ein hausgemachter Flammkuchen ist nicht gleich hausgemacht: Viele Restaurantbetreiber kaufen vorab die fertigen Böden und Beläge für maximal zwei Euro pro Portion. Nur, um sie dann für etwa zehn Euro auf ihre Speisekarte zu setzen. Das Personal muss nur noch den Boden belegen und das Ganze in den Ofen schieben.

"Braucht kein gelernter Koch mehr machen"

Da vor allem das Sauerrahmprodukt Crème fraîche sehr beliebt bei Flammkuchen ist und dieses selbst im Großhandel knapp sieben Euro pro Kilo kostet, habe die Lebensmittelindustrie eine billige Alternative entwickelt, "die so ähnlich wie ein Crème fraîche geschmacklich nachempfunden" wird, so Lege. Die restlichen Zutaten für den Belag können in vorgeschnittenen Mengen für einen niedrigen Preis gekauft werden.

Viele verzehren ihren Spargel gerne mit einer cremigen Sauce hollandaise – doch auch hier tricksen deutsche Restaurants, indem sie die fertige Soße literweise kaufen. Darin enthalten: "eine Trilogie von Bindemitteln". Ebenso wie bei Kroketten: Aufgrund des hohen Zeitaufwands werden sie von einigen Gastronomen im Großhandel erworben. Diese Kartoffelbeilagen brauchen keine Zutaten, wie Butter oder Ei, sondern bestehen aus künstlichen Bestandteilen. "Auch dieses Produkt braucht kein gelernter Koch mehr machen", erklärt Lege. Und der Clou an den "Tricks der deutschen Restaurants"? Die Verwendung von Industrieprodukten "muss nicht in der Speisekarte deklariert sein". So verrät es Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin e.V. Gut, dass es immerhin Sendungen wie diese gibt, um über die Tricks aufzuklären.

ZDFbesseresser: Sebastian Lege deckt auf – Di. 21.03. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Eine Geburtstagstorte mit der Zahl 100 und Kerzen.
Gesundheit

Alt wie Methusalem?

Der Lebenserwartungsrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge ermittelt anhand persönlicher Angaben, wie sich die eigene Lebenserwartung statistisch entwickelt. Faktoren wie Sport, Alkohol- und Tabakkonsum sowie Schlaf beeinflussen das Ergebnis.
Dr. Lena Schlender ist Zahnärztin im Carree Dental in Köln.
Gesundheit

Gegen schädliche Bakterien: Zahnseide richtig nutzen

Zahnseide ist ein unverzichtbares Werkzeug in der Mundhygiene. Doch viele machen beim Flossing einen entscheidenden Fehler: Das kreuz und quer Anwenden. Warum das schädlich ist und wie es richtig geht, erfahren Sie hier.
Dr. Jens-Andreas Münch.
Gesundheit

Prostatabeschwerden: Das können Sie selbst tun

Nächtlicher Harndrang quält viele Männer ab 50. Eine vergrößerte Prostata kann die Ursache sein. Pflanzliche Arzneimittel versprechen Hilfe, ohne tagsüber müde zu machen. Was es zu beachten gibt und wie Sie die passende Behandlung finden, erfahren Sie hier.
Das Buch „Too much. Warum wir Kontrolle suchen – und Kraft im Loslassen finden“ von Professorin Dr. Eva Asselmann
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Too much. Warum wir Kontrolle suchen – und Kraft im Loslassen finden"

Professorin Dr. Eva Asselmann bietet mit ihrem Buch "Too much" wertvolle Einblicke in den Umgang mit Alltagsstress und erklärt, wie man durch Selbstwirksamkeit Kontrolle zurückgewinnt.
Harry Whitley mit einer Gitarre.
HALLO!

Harry Whitley: "Für mich ist ein Traum wahr geworden"

Harry Whitley, der neue Sänger von Asia, erzählt von seinem überraschenden Einstieg in die legendäre Band, den Aufnahmen neuer Live-Alben und wie seine YouTube-Cover ihn ins Rampenlicht katapultierten.
WDR Herby Sachs
Gesundheit

TOFI: Normalgewichtig, aber Adipositas

Gesundheit ist mehr als nur das Gewicht auf der Waage. Warum Menschen mit normalem BMI und Bauchfett ein höheres Risiko für Krankheiten haben können als leicht Übergewichtige mit aktiver Lebensweise.