Zwei Erben sind einer zu viel
29.03.2024 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Komödie
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Zwei Erben sind einer zu viel
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Fernsehfilm, Komödie

Der Kampf der Erbschleicher

Von Marina Birner

Vom coolen Cop ("Alarm für Cobra 11") zum affigen Bürgermeister: Tom Beck schlüpft im neuen ARD-Freitagsfilm in eine ziemlich amüsante Rolle. Als schmieriger Kommunalpolitiker versucht er mit einem Ex-Knacki und Erbschleicher den Deal seines Lebens abzuschließen. Ebenfalls im hohen Norden mit von der Partie: Peter Heinrich Brix, der Sievers-Darsteller aus "Nord Nord Mord".

Ex-Knacki Konrad Kühn (Peter Heinrich Brix), ein Meister der Urkundenfälschung, wittert in "Zwei Erben sind einer zu viel" die Chance seines Lebens. Frisch aus dem Knast, sieht er kaum realistische Möglichkeiten, wieder ins Berufsleben einzusteigen, und mit "Übergangsmanagement", so heißt das heute, mag er sich nicht lange aufhalten. Also ergreift er die erstbeste Gelegenheit zum schnellen Geld und gibt sich als Alleinerbe eines scheinbar unbewohnten Hauses in einem (fiktiven) Dorf namens Wollenweck an der Ostsee aus, das zum Verkauf steht.

Prompt wird aus Konrad Kühn Andreas Austermann. Doch der Mann mit der zweifelhaften Moral hat die Rechnung ohne Clara Mensen (Katrin Röver) gemacht. Sie sieht sich selbst als Erbin und pocht darauf, wie eine Tochter für den Verstorbenen Hausherren gewesen zu sein. Im Bademantel, in Wollsocken, mit Hund Marlene zu Füßen und dem Gewehr im Anschlag ist sie zu allem bereit, um ihre Option auf das Anwesen zu verteidigen. Ein fulminanter Auftakt für einen ARD-Freitagsfilm.

Aus der Not eine Tugend machen

Und so flott geht es weiter. Auch wenn der Titel "Zwei Erben sind einer zu viel" zunächst wenig Interpretationsspielraum lässt, wissen die Filmemacher das Publikum mit der einen oder anderen überraschenden Wendung bei der Stange zu halten. Hinzukommt, dass der Schauspieler und "Nord Nord Mord"-Star Brix als wortkarger Zyniker eine gute Figur macht. Er macht seinem Ruf als "Meister der nonverbalen Kommunikation" alle Ehre. Denn in den ersten sieben Minuten des Films gibt Brix keinen Ton von sich. Die Rolle, die offensichtlich ganz für ihn geschrieben wurde, half, um "die textlastige Szenen auszufrisieren", wie der Profi weiß. "Ich finde ja, dass alles, was sich nonverbal erzählt, stärker ist und filmischer." Als Zuschauer weiß man daher von Anfang an, was man bekommt – vor allem schwarzen Humor.

Unter der Regie von Friederike Heß schicken die Drehbuchautoren Katharina Münk und Valentin Holch die Protagonisten in ein ewiges Hin und Her: Wer kann seinen Gegner schneller aus dem Haus vertreiben? Was frühmorgens mit einem laufenden Rasenmäher und einem Eimer Wasser über dem Kopf beginnt, gipfelt irgendwann im totalen Chaos. Ein Hauch von "Tom und Jerry" weht hier durch den Freitagabend im Ersten. Gemeinsam mit ihrer Freundin Valeska (Marion Kracht) wird Clara von Tag zu Tag kreativer, um den ungebetenen Mitbewohner und vermeintlichen Erben aus dem Haus zu ekeln.

Tom Beck als affiger Bürgermeister

Von Habgier getrieben geht Kühn derweil unbeirrt einen fragwürdigen Deal mit Bürgermeister Flasskamp (Tom Beck) ein. Dieser würde nur zu gerne sein eigenes Grundstück um das angrenzende Nachbarareal erweitern, um endlich seine Hotelanlage bauen zu können. Auch wenn man sich den lässigen "Alarm für Cobra 11"-Star Beck kaum in der Rolle des schmierigen Kommunalpolitikers vorstellen kann, gibt er den Gierhals recht trefflich – und mit jede Menge Schalk.

Mit viel Witz und Gespür für vielschichtige Charaktere erzählen die Filmemacher von zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und doch am Ende aus der Not heraus zusammenarbeiten müssen. Was ist jemand bereit zu opfern, um einen Neuanfang zu wagen? Diese Frage rücken die Macher ins Zentrum der Aufmerksamkeit – und regen damit bei allem Spaß auch zum Nachdenken an.

Gedreht wurde an den Flensburger Förde, ein landschaftlicher Genuss fürs Auge.

"Zwei Erben sind einer zu viel" – Fr. 29.03. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Harry Whitley mit einer Gitarre.
HALLO!

Harry Whitley: "Für mich ist ein Traum wahr geworden"

Harry Whitley, der neue Sänger von Asia, erzählt von seinem überraschenden Einstieg in die legendäre Band, den Aufnahmen neuer Live-Alben und wie seine YouTube-Cover ihn ins Rampenlicht katapultierten.
Dr. Jens-Andreas Münch.
Gesundheit

Prostatabeschwerden: Das können Sie selbst tun

Nächtlicher Harndrang quält viele Männer ab 50. Eine vergrößerte Prostata kann die Ursache sein. Pflanzliche Arzneimittel versprechen Hilfe, ohne tagsüber müde zu machen. Was es zu beachten gibt und wie Sie die passende Behandlung finden, erfahren Sie hier.
Das Buch „Too much. Warum wir Kontrolle suchen – und Kraft im Loslassen finden“ von Professorin Dr. Eva Asselmann
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Too much. Warum wir Kontrolle suchen – und Kraft im Loslassen finden"

Professorin Dr. Eva Asselmann bietet mit ihrem Buch "Too much" wertvolle Einblicke in den Umgang mit Alltagsstress und erklärt, wie man durch Selbstwirksamkeit Kontrolle zurückgewinnt.
WDR Herby Sachs
Gesundheit

TOFI: Normalgewichtig, aber Adipositas

Gesundheit ist mehr als nur das Gewicht auf der Waage. Warum Menschen mit normalem BMI und Bauchfett ein höheres Risiko für Krankheiten haben können als leicht Übergewichtige mit aktiver Lebensweise.
privat
HALLO!

Vom Selbstfindungs-Trip zum eigenen Buch: Carina Kruse

Carina Amara Kruse ist 29, als ihr Leben zu einem Trümmerhaufen wird – Liebe weg, Job weg. Doch statt in Selbstmitleid zu versinken, reist sie allein nach Bali, Indien und Neuseeland. Aus ihrer Reise entsteht schließlich das Buch „The Journey“.
Eine ältere Frau hält ein Wasserglas mit Schmerzen.
Gesundheit

Welt-Parkinson-Tag am 11. April

Am 11. April wird der Welt-Parkinson-Tag begangen, um auf die Erkrankung aufmerksam zu machen. Anlässlich des Tages sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter eine Online-Veranstaltung der Parkinson Stiftung.