Zwischen Not und Neustart
08.07.2025 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Mandy (36) (2.v.l.) ist chronisch krank und kann deshalb nicht arbeiten. Sie betreut ihre fünf Kinder zuhause.
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Genoveva (30) ist schon seit ihrer Kindheit armutsbetroffen.
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Genoveva (30) muss sich oft entscheiden: Kauft sie Essen oder notwendige Medikamente?
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Harald (59) arbeitet als Redakteur bei einer Onlinezeitung. Für seinen Vollzeitjob erhält er 1,50 Euro pro Stunde – sechzig Euro in der Woche.
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Originaltitel
Zwischen Not und Neustart
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Wie lebt es sich am Existenzminimum?

Von Elisa Eberle

Jede fünfte Person in Deutschland war 2024 von Armut bedroht. Die ZDF-Reportagereihe "37 Grad: Zwischen Not und Neustart" von Angela Giese begleitet vier Betroffene auf ihrem individuellen Weg in ein neues und besseres Leben.

Wer unter 1.381 Euro netto monatlich zur Verfügung hat, gilt in Deutschland als arm. Im Jahr 2024 betraf das über 13 Millionen Menschen. Drei von ihnen werden im neuen Film der ZDF-Reportagereihe "37°: Zwischen Not und Neustart" von Angela Giese vorgestellt.

Genoveva, genannt Veva, ist in Armut aufgewachsen. Ihren Traum, Jura zu studieren, musste sie nach nur drei Semestern begraben. Studieren in München war für die junge Frau schlichtweg zu teuer. Stattdessen begann sie eine Ausbildung zur Veranstaltungstechnikerin. Sie erhielt keine staatliche Beihilfe und nahm nie Bürgergeld in Anspruch. Von ihrem monatlichen Netto-Gehalt von knapp 800 Euro blieben ihr nach Abzug von Miete und Fix-Kosten circa 180 Euro zum Essen und Leben: "Ich geh halt durch den Supermarkt und gucke: Was kann ich mir leisten und nicht worauf habe ich Lust", schildert sie in der Doku: "Mehr als vier Euro am Tag für Essen gebe ich nur in den seltensten Fällen aus."

Mit fünf Kindern im Plattenbau

Zur ohnehin schon schwierigen Lebenssituation gesellte sich vor fünf Jahren ein weiterer Schicksalsschlag: Die heute 30-Jährige erkrankte an Krebs: "Es gab mehrere Monate in den letzten eineinhalb Jahren, wo ich mich entscheiden musste: Okay, hole ich mir jetzt Medikamente aus der Apotheke oder esse ich den Monat nochmal was? Das ist kein schönes Gefühl!" Im Februar 2024 hat Veva ihre Ausbildung abgeschlossen. Ein fester Job schenkt ihr Hoffnung auf einen Neuanfang ohne Schulden. Doch dann folgt ein neuer Rückschlag ...

Auch Karl und Mandy wissen, was es heißt, von Kindesbeinen an mit Entbehrungen zu leben: Die beiden 36-Jährigen wuchsen im Kinderheim auf, wo sie sich im Alter von neun Jahren kennenlernten. Als Erwachsene trafen sie sich 2013 zufällig wieder, verliebten sich und gründeten eine Familie. Mit ihren fünf Kindern leben sie heute in einer Plattenbausiedlung in Rostock. Karl arbeitet als Pflegehelfer. Er muss Schulden abbezahlen. Mandy ist aufgrund eines chronischen Hüftleidens erwerbsunfähig. Das Paar muss jeden Cent umdrehen. Als Mandy ungeplant schwanger wird, erwartet sie die nächste Herausforderung: Eine größere Wohnung muss her!

Ein privater Schicksalsschlag führt auf die Straße

Der heute 59-jährige Harald ist gelernter Bürokaufmann. Der plötzliche Tod seiner Lebensgefährtin vor 20 Jahren, so erzählt er, habe ihm den Boden unter den Füßen weggezogen: Harald verlor seinen Job und schließlich seine Wohnung. Über ein Plakat am Bahnhof wurde er auf die Wohnungslosenhilfe Freistadt aufmerksam. Seit 2016 lebt er hier mit 55 anderen Menschen. Als Redakteur für die Freistätter Online-Zeitung verdient er 1,50 Euro pro Stunde oder 60 Euro in der Woche. Die Zeitung wird vom Leiter der Wohnungslosenhilfe herausgegeben und vom Jobcenter finanziert. Doch das Projekt steht auf der Kippe ...

"37°: Zwischen Not und Neustart" begleitet die Protagonistinnen und Protagonisten ein Jahr lang in ihrem Alltag. Der wie immer sehr berührende Film zeigt dabei, wie jede und jeder für sich um einen Neuanfang in ein besseres Leben kämpft.

37°: Zwischen Not und Neustart – Di. 08.07. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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