Ende der Fünfzigerjahre ist die belebte Berliner Schönhauser Allee zum regelmäßigen Treffpunkt junger Leute geworden. Zu ihnen gehören Dieter, "Kohle", Karl-Heinz und das Mädchen Angela. Das Elternhaus ist ihnen zu eng geworden, Mutproben sind an der Tagesordnung, Westberlin lockt ...

"Berlin - Ecke Schönhauser ..." war 1957 die Antwort der DEFA auf US-Jugendfilme. Hier wirbeln Petticoats und es wird zum Rock'-n-'Roll getanzt, die Sektorengrenze ist noch offen. Regisseur Gerhard Klein ("Der Fall Gleiwitz") drehte seine durchaus kritische Auseinandersetzung mit den Entwicklungen in der DDR nach einer Vorlage von Wolfgang Kohlhaase ("Solo Sunny"). Klein schildert die Rebellion der jüngeren Generation zwar im Kontext des sozialistischen Staates, musste sich aber dennoch von der staatlichen Filmkritik anhören, dass sein Werk zu sehr an Filme des italienischen Neorealismus erinnere. Das Sozialdrama war nach "Alarm im Zirkus" (1954) und "Eine Berliner Romanze" (1956) die dritte Zusammenarbeit von Klein und Kohlhaase.

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