Die 12jährige Camille hat sich nach dem spurlosen Verschwinden ihres Vaters Pierre-Henri in die Welt der Sterne zurückgezogen. Mit kühler Leidenschaft studiert sie den Sternenhimmel, während die Mutter verzweifelt versucht, ihr Kind aus dieser Lethargie zu befreien. Doch die Liebe und der Einfluss des abwesenden Vaters scheinen immer noch auf das Mädchen zu wirken. Ihrer Mutter zeigt sie nur die kalte Schulter. Eines Tages steht Pierre-Henri völlig unerwartet vor der Tür. Doch er ist jetzt eine Frau und nennt sich Marie-Pierre...

Die kanadische Regisseurin Paule Baillargeon arbeitete mit ihrem zweiten eigenen Spielfilm nach "Solo" (1991) ein heikles Thema behutsam wie poetisch auf. Mit bewegenden Bildern schuf sie das einfühlsame Porträt einer doppelten Identitätssuche. Getragen wird das Ganze von hervorragenden Darstellern. Paule Baillargeon inszenierte bereits 1980 gemeinsam mit Frèdèrique Collin den Film "La Cuisine rouge". Außerdem arbeitet sie als Komponistin (etwa für die TV-Serie "Star Trek: Voyager"), Drehbuchautorin und Schauspielerin. Sie spielte in Filmen wie "Gesang der Meerjungfrauen" (1987) oder "Jesus von Montreal" (1989).