Das blutige Drama vom Königsmord aus Ehrgeiz, ins mittelalterliche Japan transponiert. Aus Macbeth wird Taketoki, Samurai beim Königsgeschlecht der Kumonosu. Eines Tages kehrt er mit seinem Waffenkollegen Miki von einem siegreichen Feldzug zurück. In einem unwirtlichen Wald begegnen sie einer Hexe. Regungslos, mit eisiger Kälte, verkündet sie den sprachlosen Samurai ihre schreckliche Prophezeiung: Einer von beiden wird die Macht im Reich übernehmen, aber die Söhne des anderen werden ihm folgen... Taketoki, in dem maßloser Ehrgeiz erwacht ist, tötet wenig später den König sowie seinen Freund Miki und setzt sich auf den Thron. Aber schon kurze Zeit darauf wird das Schloss von Mikis Sohn und dessen Armee umzingelt. Es beginnt ein erbarmungsloser Krieg. Taketoki ist siegreich, aber das vergossene Blut soll ihm ein für alle Mal die Seelenruhe rauben.

Der große japanische Regisseur Akira Kurosawa erzählt in diesem beeindruckenden Film eine stilisierte Samurai-Version - mit den Mitteln des japanischen No-Theaters - von William Shakespeares "Macbeth". Das Werk gehört zu den berühmtesten Filmen des vor zwei Jahren verstorbenen japanischen Meisterregisseur. Kurosawa behielt den Plot des Shakespeareschen Dramas im wesentlichen bei und transponierte vor allem das Dekor. Aus den schottischen Highlands und dem Wald von Birman wird dichtes japanisches Unterholz, der "Wald der Spinnweben". Die drei Hexen aus einer angelsächsischen Legende verwandeln sich in Geister aus japanischen Erzählungen. Die harten Schwarz-Weiß-Kontraste (so zwischen Schnee und Erde) machen einen Großteil der visuellen Kraft des Films aus. Die universelle Botschaft des Shakespeareschen Dramas bekommt durch die ritualisierte japanische Erzählung neue Kraft. Kurosawa, der als der "westlichste" der japanischen Regisseure galt, gelang mit diesem Film (wie mit "Ran" nach King Lear oder der Verfilmung von Dostojewskis "Idioten") die Vermittlung zwischen zwei Kulturen.