Die Schülerin Sonja ist in der ganzen Stadt beliebt und geachtet. Ihr Vater ist Schuldirektor, ihre Mutter Lehrerin, ihr Onkel Domvikar in der Bischofsstadt. Nachdem Sonja eine Auszeichnung für ihre erfolgreiche Teilnahme an einem europäischen Aufsatzwettbewerb erhalten hat, will sie einen weiteren Aufsatz schreiben, und zwar zu dem Thema: "Meine Heimatstadt im Dritten Reich". Bei den Recherchen verweigert man ihr jedoch die gewünschten Auskünfte und die Einsicht in die relevanten Akten. Die Leute begegnen ihr und ihren Eltern plötzlich mit Misstrauen und Argwohn ...

Michael Verhoevens gesellschaftspolitisch eminent wichtige Regiearbeit, die auf den realen Erfahrungen der Passauer Studentin Anja Rosmus in den Sechzigerjahren beruht, wurde 1991 nicht nur für den Oscar als bester nicht englischsprachiger Film nominiert, sondern auch für den Golden Globe, den renommiertesten Fernsehpreis der Welt. Für Lena Stolze war "Das schreckliche Mädchen" der endgültige Durchbruch. Für ihre hervorragende Verkörperung der jungen Sonja erhielt sie ihren zweiten Bundesfilmpreis, nachdem sie 1984 schon für ihre Darstellung der Sophie Scholl in Percy Adlons "Fünf letzte Tage" ausgezeichnet worden war. Und Verhoeven gewann für seine Regiearbeit den Silbernen Bären der Filmfestspiele von Berlin für die beste Regie.

Foto: ZDF/Sentana