Die Idylle am Niederrhein trügt: Nacheinander verschwinden mehrere blonde Mädchen spurlos - könnte der pubertierende, geistig-behinderte Ben etwas mit ihrem Verschwinden zu tun haben? Der 18-Jährige interessiert sich inzwischen ja auffallend fürs andere Geschlecht. Und ist nicht auch die Tatsache, dass er plötzlich öffentlich blonde Puppen vergräbt, ein Indiz für seine Verstrickung in den Fall ...?

Gesellschaftsprobleme, psychologisch unterfüttert, sind die bevorzugten Filmthemen der Regisseurin und Drehbuchautorin Claudia Prietzel ("Schande", 1999; "Nur das Blaue vom Himmel", 2000). So auch in diesem Psychodrama, in dem sie zusammen mit Ko-Regisseur Peter Henning das das Thema Vorverurteilung neu variiert. Das Spiel von Hauptdarsteller Sven Hönig hätte man sich etwas weniger exaltiert gewünscht, Susanne von Borsody als seine entschlossen-leidende Mutter sowie stimmige Figuren bis hin in die Nebenrollen machen das mehr als wett.

Foto: WDR/Jürgen Thiele