Durch sein Fernrohr macht ein Wissenschaftler in Padua Entdeckungen, die das Weltbild seiner Zeit ins Wanken bringen. Doch der florentinische Hof wünscht keine Veränderung der alten Welt. Im Jahr 1609 beginnt in einem Studierzimmer in Padua ein neues Kapitel in der Geschichte der Naturwissenschaft. Galileo Galilei beobachtet mit einem neu entwickelten Fernrohr astronomische Erscheinungen, die das bis dahin gültige Bild des Universums in Frage stellen. Trotz aller Warnungen seiner Freunde versucht Galileo, in Florenz den jungen Großherzog Cosmo di Medici von seinen neuen Theorien zu überzeugen, aber am florentinischen Hof weigern sich die Gelehrten, ihren eigenen Augen zu trauen. In Rom setzt die Inquisition Galileos Lehren, die inzwischen von den Astronomen des Collegiums Romanum im Vatikan bestätigt wurden, auf den Index. Als mehrere Jahre später Kardinal Barberini, der selbst Wissenschaftler ist, zum Papst gewählt wird, hofft Galileo vergeblich auf eine Wende. Um sich vor der Inquisition zu retten, muss er wider besseres Wissen seine Lehre widerrufen.

Brechts Theaterklassiker in einer authentischen Verfilmung des britischen Regisseurs Joseph Losey. Mit Galileis Entdeckungen gerät hier nicht nur ein naturwissenschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches und philosophisches Weltsystem ins Wanken. Mitten in diesem Spannungsfeld durchlebt Galileo den Konflikt zwischen Anpassung und Widerstand. In seiner persönlichen Krise spiegeln sich der Kampf eines Menschen um seine Selbsterhaltung und der Kampf eines verantwortlichen Wissenschaftlers um seine Selbstachtung. Der Zwiespalt, in dem sich Galileo in Loseys Adaption befindet, ist auch in der Werkgeschichte von Bertolt Brechts Schauspiel "Leben des Galilei" erkennbar. Aus dem Widerstandskämpfer in der ersten Fassung (1943 in Zürich uraufgeführt) wurde in der späteren, in Amerika entstandenen Version ein Verräter, dessen Widerruf zwar verständlich ist, aber moralisch unentschuldbar bleibt. An der Uraufführung 1947 in Beverly Hills war neben Charles Laughton auch Joseph Losey beteiligt, der bereits damals die Verfilmung des Stoffes plante. Die deutsche Synchronfassung wurde von Thomas Engel, dem Sohn des Brecht-Mitarbeiters Erich Engel, unter Verwendung von Brechtschen Originaltexten gestaltet.