Berlin im März 1943: Als ihre Nachbarn von der SS zur Deportation abgeholt werden, entschließt sich die Jüdin Anna Degen (Nadja Uhl, Foto mit Aaron Altaras), mit ihrem elfjährigen Sohn Michael in Berlin unterzutauchen. Zwei Jahre verbringen sie im Untergrund, bei Menschen, die sie kaum kennen und die ihnen aus unterschiedlichen Motiven helfen. Immer auf der Flucht vor Verrat, Entdeckung und dem sicheren Tod. Immer wieder unterstützt von Freunden und gänzlich Fremden. Im Untergrund erleben Mutter und Sohn Hunger und Bombennächte, aber auch Menschlichkeit und Freundschaft.

Dieses fesselnde, teilweise recht harte Geschichtsdrama über kaum bekannte Beispiele von Menschlichkeit mit Top-Besetzung inszenierte Jo Baier ("Stauffenberg", "Verlorenes Land", "Schwabenkinder") nach den Kindheitserinnerungen des Schauspielers Michael Degen. Der beschrieb 1999 in seinem Buch "Nicht alle waren Mörder. Eine Kindheit in Berlin" seine traumatischen Erlebnisse unter den Nazis. Ein wichtiger Film, der die Geschichte der kleinen Leute thematisiert, die nicht alle die Augen vor den Verbrechen verschlossen und ihre Menschlichkeit unter Beweis stellten. Achten sie auf Axel Prahl in einer Nebenrolle als Lokführer, der hier einmal mehr eine unbeschreibliche schauspielerische Leistung abliefert.

Foto: SWR/BR