Boxspringbetten, Wasserbetten oder die klassische Variante mit Lattenrost: Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, in der Nacht zu ruhen. Gut gebettet ist dabei halb gewonnen, denn das Bett hat großen Einfluss auf die Schlafqualität sowie eventuelle Schlafstörungen. Noch vor wenigen Jahren war die Wahl des Bettes noch vergleichsweise simpel. Abgesehen vom klassischen Bett mit Lattenrost in verschiedenen Größen, gab es keine Auswahlmöglichkeiten. Höchstens war es noch die Matratze, welche die Käufer vor eine schwierige Entscheidung stellte. Mittlerweile ist der Prozess deutlich komplexer geworden. Verbraucher haben nicht nur die Wahl zwischen unterschiedlichen Größen und Matratzen für das Bett, sondern auch noch zwischen verschiedenen Modellen. Neben der klassischen Variante mit Lattenrost, wäre da noch das Wasserbett und in den vergangenen Jahren gewinnt zunehmend das Boxspringbett an Beliebtheit. Aber ist Letzteres wirklich die bessere Alternative?

Boxspringbett: Der Name ist Programm

Das Boxspringbett stammt ursprünglich aus den USA und wird deshalb auch gerne als amerikanisches Bett oder Continentalbett betitelt. Der Name „Boxspring“ bezieht sich dabei auf die in Boxen unter dem Bett angebrachten Sprungfedern, welche die Besonderheit des Untergestells und damit den Unterschied zum Lattenrost ausmachen. Im Gegensatz zur in Deutschland üblichen Variante aus Bettgestell, Lattenrost und Matratze, ist das Boxspringbett also aus drei Teilen konstruiert: Zuunterst wird eine Federkernbox angebracht, das Boxspring. Für eine schönere Optik ist es mit Stoff bezogen. Zudem steht es auf Füßen, um die Luftzirkulation zu gewährleisten. Diese sind jedoch selten höher als 20 Zentimeter. Das Boxspringbett steht somit optisch direkt auf dem Boden.

Auf diese Federkernbox wird anschließend eine dicke Matratze mit bis zu 30 Zentimetern gelegt. Je nach Größe des Unterbettes, handelt es sich dabei entweder um eine zusammenhängende Matratze oder um zwei getrennte Modelle, beispielsweise mit jeweils 90 Zentimetern Breite. Hier gibt es zahlreiche verschiedene Varianten zur Auswahl, sei es mit Kaltschaum, Federkern, Tonnentaschenfederkern, Latex & Co. Zudem sind die Matratzen in unterschiedlichen Härtegraden verfügbar. Auf diese Matratze wird anschließend der sogenannte Topper angebracht. Die Topper-Matratze ist wenige Zentimeter dick und erhöht noch einmal den Liegekomfort. Sie ist ebenfalls als einzelne Variante oder Kombination zweier Topper erhältlich. In den meisten Fällen besteht sie aus Rosshaar, Schafschurwolle, Kaltschaum, Latex oder Viskose.

Welche Vorteile bringt ein Boxspringbett mit sich?

Dass die Boxspringbetten, welche ursprünglich nur in den USA, in Kanada sowie Skandinavien Anwendung fanden, mittlerweile auch in Deutschland so beliebt sind, hat vor allem optische Gründe. Viele Käufer erleben das Boxspringbett schlichtweg als schöner, "stylisher" oder das Design passt besser zur Innenarchitektur. Anstelle von Holzrahmen oder Füßen, deren Kanten vor allem für kleine Zehen schnell gefährlich werden, überzeugen Boxspringbetten durch ihre Höhe, edle Bezüge wie Kunstleder, die bodennahe Optik und die gemütlich aussehende Stapelung der Matratzen – was übrigens nicht täuscht. Keine Frage: Boxspringbetten sind Geschmacksache und vielen Menschen zu klobig.

Immer mehr Deutsche entscheiden sich aber für die amerikanische Variante, denn diese hat neben dem Look noch weitere Vorzüge. Einerseits sieht es nicht nur gemütlicher aus, sondern das Boxspringbett ist in den meisten Fällen tatsächlich komfortabler als die schlichte Matratze auf dem Lattenrost. Das resultiert schlichtweg aus der optimalen Stapelung dreier verschiedener Matratzen, was zugleich bei der richtigen Ausbalancierung als besonders rückenfreundlich gilt. Gut für den Rücken sowie die Gelenke ist zudem die praktische Einstiegshöhe. Das Boxspringbett erreicht durch seine drei Schichten mindestens 50 Zentimeter Höhe, häufig sogar 60 bis 70 Zentimeter. Das ist gerade für ältere oder von chronischen Schmerzen und Gelenkproblemen geplagte Menschen ein großer Vorteil gegenüber dem klassischen Bett mit Lattenrost.

Ein weiterer Pluspunkt der Boxspringbetten ist die Vermeidung beziehungsweise Linderung von Allergien. Über die verschiedenen Schichten der Matratzen kann Feuchtigkeit schneller sowie umfassender abgeleitet werden als durch ein Lattenrost, sodass sich Pilze sowie Milben weniger wohlfühlen. Viele Allergiker spüren beim Umstieg auf das Boxspringbett eine deutlich Besserung. Hinzu kommt eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung, was wiederum den Schlafkomfort erhöht. Während ein Lattenrost nämlich oft in der Mitte weicher und an den Rändern starrer ist, was vor allem im Doppelbett schnell ungemütlich wird, kann sich das Boxspringbett besser an die Gewichtsverteilung anpassen und diese umfassender ausgleichen.

Zuletzt sind die Continentalbetten auch deshalb so beliebt, weil sie schlichtweg mehr Flexibilität bieten. Hier können nicht nur das Lattenrost und die Matratze auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden, sondern die Wahl und Kombination der drei Matratzen bietet unzählige Möglichkeiten speziell für jeden Bedarf. Ob man lieber kalt oder warm, hart oder weich, höher oder niedriger, im Doppel- oder Einzelbett schläft – es ist beinahe alles möglich. Diese Flexibilität sowie Individualität hat allerdings auch ihren Preis. Welche also sind die Nachteile von Boxspringbetten?

Was spricht gegen den Kauf von Boxspringbetten?

Die Kosten für Boxspringbetten liegen zumeist im vierstelligen Bereich. Dennoch gibt es immer wieder attraktive Angebote, sodass ein qualitativ hochwertiges Boxspringbett bereits mit mehreren hundert Euro erworben werden kann. Solche sind vor allem online zu finden, beispielsweise auf Plattformen wie betten.de. Ist das finanzielle Argument aus dem Weg geräumt, stören sich aber viele Käufer an der fehlenden Normierung der Härtegrade. Im Gegensatz zu handelsüblichen Matratzen für ein Lattenrost, sind die Boxspringbetten je nach Hersteller unterschiedlich hart oder weich. Das macht den Kauf durchaus komplizierter, jedoch gibt es im Internet mittlerweile zahlreiche Tabellen zur Orientierung, welche bei der Auswahl der richtigen Härtegrade für das Boxspringbett helfen.

Wer zuvor in der klassischen Variante geschlafen hat, muss mit einem Umstieg auf das amerikanische Bett auch in neue Bettwäsche investieren – zumindest in neue Leintücher. Spannbetttücher müssen demnach entweder in niedrigerer Ausführung für die Topper-Matratze oder mit höherem Steg gekauft werden, sodass diese über den Topper und die mittlere Matratze passen. Wie bereits erwähnt, ist auch die Optik Geschmacksache. Ebenso die weichere Liegefläche, denn während viele Käufer das Plus an Komfort schätzen, gibt es ebenso Menschen, die lieber auf einer härteren Matratze schlafen. Für sie ist ein Boxspringbett nur bedingt geeignet. Störend kann bei einem Doppelbett zudem sein, dass die Matratzen aufgrund des fehlenden Gestells nicht fest definiert sind und dadurch zum Verrutschen beziehungsweise Auseinanderrutschen neigen.

Fazit: Boxspringbett oder Lattenrost mit Matratze?

Alles in allem gibt es bei der Wahl zwischen einem klassischen und einem Boxspringbett also kein Richtig oder Falsch. Jeder Mensch muss die Variante finden, die ihm selbst am besten gefällt und die beste Schlafqualität offeriert.