Ob zu medizinischen Zwecken oder als Wellness-Einheit: Anwendungen mit Wasser, Erde und Luft können zahlreiche positive Effekte auf Körper und Geist haben.

Benzol, Blei, Feinstaub, Stickstoffoxide – nicht überall in Deutschland lässt es sich frei durchatmen. Besonders empfehlenswert ist die Luft in sogenannten Luftkurorten, speziell am Meer sowie im Mittel- und Hochgebirge. Bad Homburg, der fünfte Teil unserer Kurorte-Serie, ist zwar kein ausgewiesener Luftkurort, doch auch hier spielt die Luftqualität eine besondere Rolle.

Was gesunde Luft ausmacht, weiß Internist Dr. med. Rainer Brenke: "Es handelt sich um Luft, die eine geringe Belastung an Schadstoffen, zum Beispiel Auto- und Industrieabgasen, sowie Allergenen aufweist. Sie kann sich positiv auf bestimmte Allergien und Lungenkrankheiten auswirken."

Luftkuren werden vor allem bei Asthma, Bronchitis, weiteren Atemwegserkrankungen, akuten Infekten und allergischen Luftbeschwerden verordnet – allerdings immer seltener, sagt Dr. med. Johannes Naumann, Facharzt für Innere Medizin, Hygiene und Umweltmedizin am Interdisziplinären Behandlungs- und Forschungszentrum Balneologie des  Universitätsklinikums Freiburg am Standort Bad Krozingen. "Inzwischen ist das mehr in den Wellness-Bereich gewandert." Mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder respiratorischer Insuffizienz ist ein Aufenthalt im Höhenklima tabu.

Inhalationen wirken unmittelbar

Direkter als das Atmen an der frischen Luft wirken Inhalationen, meist über trichterförmige Geräte, wie Naumann schildert. Das Einsaugen eines feinen Nebels, der mit Inhaltsstoffen wie Salz, Kräutern oder  Medikamenten versetzt werden kann, wirkt befeuchtend und schleimlösend auf die Atemwege.

Die Wirkstoffe gelangen ohne Umwege an ihr Ziel. "Inhalationsgeräte sind allerdings hygienisch bedenklich. Eine immer geläufigere Alternative sind spezielle Kammern, die zum Beispiel über eine Gradieranlage den Salzgehalt in der Luft erhöhen", so Naumann.