Yoga gilt als komplex und schwer zu erlernen, weshalb die meisten Interessierten Kurse in spezialisierten Studios besuchen. Doch es gibt Alternativen: Bücher, Videos und Online-Kurse. Wir verraten, was sie taugen.

Die wohl teuerste Yoga-Stunde der Welt kostet rund 3000 Euro. Für sie geht es mit dem Helikopter von Las Vegas aus auf eine Anhöhe über dem "Valley of Fire" in Nevada, wo dann – unter professioneller Anleitung – Asanas mit atemberaubendem Ausblick verbunden werden. Yoga als Event.

Wie weit sich ein solcher Ausflug noch mit den eigentlichen Zielen des Yoga – Sammlung, Konzentration und das Einswerden mit dem Bewusstsein – in Einklang bringen lässt? Fraglich. Doch schon der Preis dürfte dafür sorgen, dass nur die wenigsten überhaupt darüber nachdenken, sich das "Heli-Yoga" zu leisten.

Ab ins Yoga-Studio?

Bei klassischen Yoga-Stunden sieht das schon anders aus. Schätzungen zufolge üben rund fünf Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig Yoga, es gibt Kurse an Volkshochschulen und Zuschüsse von den Krankenkassen, mehrere Berufs- und Interessenverbände sowie unzählige Studios. Laut einer Statistik der Wochenzeitung "Die Zeit" übrigens findet man, gerechnet pro Kopf, die meisten Anbieter in Kiel, Göttingen, Darmstadt und Regensburg.

Doch längst nicht für jeden ist das Training im Studio das Richtige. Zeit, Geld, aber auch die Mobilität können Gründe dafür sein, sich nach einer Alternative umzuschauen. Wir stellen einige davon vor. Ganz wichtig dabei: Gehen Sie beim Üben nie über die Grenzen Ihres Körpers hinaus. Sie sollten sich beim Yoga wohlfühlen, was insbesondere bedeutet: Sobald Sie Schmerzen empfinden oder Ihnen schwindelig wird, unterbrechen Sie die Übung. Bei Unklarheiten oder anhaltenden Beschwerden sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einem ausgebildeten Yoga-Lehrer.

Literatur

Für so gut wie jeden Yogaweg – von Hatha-Yoga über Raja-Yoga bis zu Bhakti-Yoga – gibt es Bücher, theoretische wie praktische. Das Angebot hier ist so riesig, dass wir es unmöglich vorstellen können. Eine gute Möglichkeit, sich umfassend zu informieren, ist der Besuch eines Yoga-Ladens, von denen die meisten auch eine Auswahl an ausgesuchter Literatur bereithalten und Anfängern beratend zur Seite stehen. Drei Buchtipps außerhalb dieser Grundlagenliteratur finden Sie im Infokasten in der rechten Spalte.

Yoga-Apps

Wir schreiben das Jahr 2018 und natürlich gibt es eine ganze Menge an Apps auf dem Markt, mit deren Hilfe sich Yoga erlernen lassen soll. Dabei muss man unterscheiden zwischen Apps, die Übungen mit Hilfe von Fotos und Texten erläutern (Beispiel: "Yoga2go"), solchen, die Videos anbieten (Beispiel: "Daily Yoga"), und Apps, die ein Training per Livestream anbieten – sicherlich die beste Möglichkeit in diesem Segment. Einer der überzeugendsten Anbieter hier: Yogaia (www.yogaia.com), ein An-bieter aus dem finnischen Espoo. Ab 9,99 Euro pro Monat können Nutzer hier an Live-Kursen teilnehmen, sich diese aber auch im Nachhinein noch einmal anschauen – und das von Anfänger bis Experte.

Die meisten Kurse bei Yogaia sind auf Englisch, wer lieber mit deutschsprachigen Trainern üben möchte, sollte sich "YogaEasy" aus Hamburg anschauen (www.yogaeasy.de). Hier beginnen die Preise ebenfalls bei gut zehn Euro im Monat (bei Abschluss einer zwölfmonatigen Mitgliedschaft). Beide Angebote lassen sich sowohl per App als auch auf dem Laptop oder dem Smart TV nutzen.

Festivals

Wer es gesellig mag, für den gibt es – in Deutschland, aber auch darüber hinaus – unzählige Yoga-Festivals. So findet beispiels-weise jeweils im Juni und Februar das "Yoga Love Festival" am Plauer See in Mecklenburg statt (www.yogalovefestival.de), eine Mischung aus Retreat, Festival und Zeltlager. Mit einer Mischung aus Yoga, Musik und Natur lockt das "Yoga am See" seine Gäste an den Bodensee (www.yogafestival-bodensee.de), wo Ende August vier Tage lang der Yoga-Praxis gefrönt wird. Und die Yogi Days in der Hamburger Hafenstadt bieten neben ihrem eigentlichen Festival im Mai (www.yogidays.de) inzwischen auch spezi-elle Veranstaltungen nur für Frauen oder Männer an – an einem oder mehreren Tagen.

Yoga im Museum

Zwar findet Yoga längst nicht mehr nur in Studios, sondern beispielsweise auch in Parks statt, im Museum aber würde man es vermutlich nicht erwarten. Und doch: Das Museum für Antike Schiffahrt Mainz, die Galerie in Sindelfingen, das Kunstmuseum Waldviertel im österreichischen Schrems und diverse Münchener Museen haben schon Yoga zwischen Kunstwerken angeboten. Vielleicht fragen Sie mal im Museum vor Ort, ob es nicht auch Interesse daran hat, diese Mischung auszuprobieren?

Videos

Wer auf Amazon nach "Yoga" sucht, bekommt weit mehr als 5000 DVDs angezeigt – beim Videoportal Youtube liefert die Suche eine ähnlich unüberschaubare Anzahl. Zu den prominentesten Anbietern gehört hier Mady Morrison, eine ausgebildete Yoga-Lehrerin aus Berlin, deren Kanal knapp 220.000 Menschen abonniert haben und deren Videos teilweise mehrere Million Mal abgerufen werden.

Eine weitere Anlaufstelle: der Kanal "Einfach besser leben", den Wolfgang Stemer betreibt, ein Pilates-Trainer, Shiatsu-Praktiker und Qigong-Lehrer, der im österreichischen Telfs bei Innsbruck ein eigenes Studio betreibt. Er bietet verschiedenste Gesundheitsvideos an – von Qigong über Faszientraining bis hin zu Übungen gegen Kopf- oder Rückenschmerzen. Ein Angebot: das Meridian-Yoga. Mit ihm haben wir sowohl über das Angebot als auch über das Video-Training an sich gesprochen. Lesen Sie hier das Interview.