Keine Frage: Die Welt braucht angesichts bedrohlicher Klimaveränderung und eskalierender Konflikte, auf die Regierungen nicht angemessen zu reagieren vermögen, dringend einen Bewusstseinswandel. Das dachte sich auch die Walt-Disney-Company und schuf im kalifornischen Disneyland eine noch vom Zukunftsoptimismus der 50er-Jahre geprägte Sektion namens "Tomorrowland". Ebenso wie der Erfolg "Fluch der Karibik" auf einer Vergnügungspark-Attraktion basierte, diente auch "Tomorrowland" als Inspiration für den ursprünglich gleichnamigen Film, dessen Titel aber aus rechtlichen Gründen in "A World Beyond" (2015) geändert wurde. RTL zeigt das Science-Fiction-Spektakel nun als TV-Premiere.

Als Regisseur und Drehbuchautor verpflichtete man den hauseigenen Zögling und zweifachen Oscarabräumer Brad Bird ("Ratatouille" und "Die Unglaublichen"), der dafür sogar das verlockende Regieangebot für "Star Wars 7" ausschlug. Zudem zog Disney einen beeindruckenden Cast an Land. Mit dabei sind der auf Weltverbesserung abonnierte George Clooney, "Dr. House" Hugh Laurie und junge schauspielerische Ausnahmetalente wie Britt Roberton ("Kein Ort ohne Dich") und Raffey Cassidy ("Dark Shadows").

Ein ausgesprochen optimistisch-kreatives Ausnahmetalent ist auch die Heldin Casey (bezaubernd: Britt Robertson), die Tochter eines NASA-Ingenieurs (Tim McGraw). Scheinbar durch Zufall gelangt sie in den Besitz einer geheimnisvollen Anstecknadel. Diese ermöglicht ihr bei Berührung den Zugang zu einer spektakulären Parallelwelt in der Zukunft.

Schon bald stellt sich heraus, dass sie nicht durch Zufall in Besitz des Buttons gelangt ist. Die entzückende Athena (Cassidy) hat die kühn-clevere Teenagerin auserkoren, Tomorrowland zu retten – dort hat mittlerweile der Technokrat David Nix (Laurie) die alleinige Macht an sich gerissen und will den vom globalen Kollaps bedrohten Menschen den Zugang zum Wunderland für immer versagen.

Athena sorgt dafür, dass Casey den genialen Visionär Frank Walker (Clooney) aufsucht. Der war einst Mit-Architekt von Tomorrowland, fristet aber sein Dasein mittlerweile vollkommen desillusioniert auf einer heruntergekommenen Farm. Gemeinsam mit ihm könnte sie die Zukunft verändern. Nun beginnt eine recht fantasievolle, actionreiche und mit Special Effects beladene Abenteuerreise durch Raum, Zeit und Caseys eigenes Bewusstsein.

Gegen die Botschaft, die dem Film zugrunde liegt, lässt sich wenig sagen: Die Menschen sollen das Schicksal der Welt nicht den Technokraten und Politikern überlassen, sondern ihr kreatives Potenzial bündeln, um gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Doch die Disney-typische honigsüß-naive Art, dies zu übermitteln, hinterlässt leider ebenso einen schalen Beigeschmack wie diverse Product-Placements und der Bezug des Films zu einem lukrativen Disney-Vergnügungspark.


Quelle: teleschau – der Mediendienst