Trödelhändler Fabian Kahl, bekannt aus der ZDF-Sendung "Bares für Rares", hat sich bei "Stern.tv" rat- bis fassunungslos über den Rechtsruck in Ostdeutschland gezeigt. Trotzdem will er in Kürze von Köln zurück nach Sachsen ziehen.

Er ist einer der größten Publikumslieblinge beim Trödel-Hit "Bares für Rares": Fabian Kahl, 27 Jahre junger Kunst- und Antiquitätenhändler aus Thüringen, hat zuletzt in der NRW-Metropole Köln gelebt, in deren Nähe die ZDF-Show aufgezeichnet wird. Doch nun zieht es den gebürtigen Thüringer zurück in den Osten. Der angespannten politischen Lage in den Neuen Bundesländern zum Trotz. Über seine Beweggründe sprach er am späten Mittwochabend im RTL-Magazin "Stern.tv".

Drei Tage nach dem Rechtsruck bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg und ein Jahr nach dem folgenreichen Mord an Daniel H. am Rande eines Chemnitzer Stadtfestes hatte "Stern.tv"-Moderator Steffen Hallaschka neben Sebastian Reichelt vom SPD-Ortsverein Chemnitz-Ost auch den "Bares für Rares"-Star zum Gespräch eingeladen. "Ich weiß nicht, woher dieser Hass kommt", zeigte sich Kahl fassungslos über einen zuvor gezeigten Einspielfilm, der unter anderem Bilder rechtsextremer Kundgebungen in Chemnitz beinhaltete.

"Ich kann mir auch nicht erklären, warum der Hass im Osten stärker ist als im Westen", äußerte sich der Trödelhändler ratlos. Die von vermeintlich "besorgten Bürgern" vorgebrachte Angst vor Flüchtlingen, Ausländerkriminalität und Überfremdung hält er für unbegründet. "Keinem Menschen wurde jemals was weggenommen, nur weil Leute hierherkommen."

Dass es im Westen Vorbehalte gegen die Neuen Bundesländer gibt, habe er erstmals bei seinem Engagement in der in Pulheim bei Köln aufgezeichneten Trödelshow "Bares für Rares" vernommen. Zu seiner großen Verwunderung. Denn er selbst habe ein viel freundlicheres Bild von seiner Heimatregion als viele Menschen in den Alten Bundesländern. Deshalb zieht es ihn auch in seine alte Wahlheimat Leipzig zurück.

"Ich liebe Leipzig", huldigte Kahl der sächsischen Großstadt. Auch weil er wisse, dass sie nicht exemplarisch für das ganze Bundesland stehe. "Da ist sehr viel linkspolitisch arrangiert, in Leipzig spürt man einen ganz anderen Wind." Das zeige sich laut Kahl auch daran, dass der lokale PEGIDA-Ableger LEGIDA nur wenig Zuspruch erfahren habe.

Fabian Kahl, der seit diesem Jahr mit einer TV-Redakteurin liiert ist, gehört seit Staffel eins im Jahr 2013 fest zum Händlerteam bei "Bares für Rares". Die Tödelshow mit Moderator Horst Lichter ist seit Längerem schon die erfolgreichste Nachmittagssendung des ZDF.


Quelle: teleschau – der Mediendienst