Sehr zum Verdruss des örtlichen Polizeichefs wird Kommissar Mike Shepherd (Neill Rea) in die neuseeländische Provinz berufen, um dort allerlei Mordfälle aufzuklären. Die jüngere Kollegin Kristin Sims (Fern Sutherland) hilft ihm dabei. Erster Film einer enen Krimireihe aus Neuseeland.

Nachdem der Zuschauer die sonntäglichen "Morde auf Shetland" hinter sich gebracht hat, geht es jetzt im fernen Neuseeland weiter. "Brokenwood – Mord in Neuseeland" heißt die neue vierteilige Krimireihe, mit der uns die ARD-Einkaufsgesellschaft Degeto sonntags, um 21.45 Uhr, beglückt. Der ins einsame Brokenwood auf der Nordinsel Neuseelands wirkende Kommissar Mike Shepherd (Neill Rea) hat hier alle Hände voll zu tun um neue und alte Mordtaten aufzuklären und die Recherchefehler der Vergangenheit auszubügeln. Dem Oldtimer- und Country-Music-Liebhaber, der immer eine Kassette im Rekorder liegen hat, steht dabei seine jüngere Kollegin Kristin Sims (Fern Sutherland) zur Seite. In der ersten Folge, "Blut und Wasser" wird ein toter Farmer unter der Brücke entdeckt. War es Selbstmord, wie der örtliche Polizeichef glaubt?

Als vor zehn Jahren die Frau des Farmers ums Leben kam, glaubte jedermann im Ort an die Tat ihres Mannes. Dass jetzt ein Abschiedsbrief neben der Leiche des Farmers liegt, ist für Kommissar Shepherd und dessen junge Kollegin kein Grund, an reuigen Selbstmord zu glauben. Tatsächlich erhennt Shepherd alsbald, dass dem örtlichen Polizeichef McLeod (Mark Clare) allerlei Fehler bei der Aufklärung des Falles unterlaufen sind. Der Farmer selbst hatte bis zu seinem Tod wie besessen versucht, den Mörder seiner Frau zu finden und am Ende gar mit dessen Entlarvung gedroht.

Shepherds Recherchen gestalten sich recht beschwerlich. Dabei hätte Neill Rea als Neuseeland-Cop mit seiner massigen Physiognomie durchaus das Zeug zu einem kernigen Retro-Aufklärer wie Robbie Coltane in "Für alle Fälle Fitz". Allerdings verlangt ihm das schlichte Drehbuch kaum besonderes Einfühlungsvermögen ab. Shepherd weiß offensichtlich alles besser – und alles im Voraus. Seine Kalauer sind meist von der schlichten Sorte – die eilends hinzugefügten Entschuldigungen ändern daran nichts.

Recht geheimnislos bleibt im ersten Fall auch die Einwohnerschaft von Brokenwood, einem smarten Kleinstädtchen, unter dessen Grasnarbe eigentlich wie im amerikanischen Twin Peaks das Grauen lauern müsste, es dies aber ganz und gar nicht tut. Die schöne Kleinstadt-Parole: "Jeder könnte der Mörder sein" bleibt ungenutzt, die Blindspuren hin zu Nachbarn und Verwandten werden eher grob gelegt. Der schießwütige Sohn des toten Farmers kann da schon mal erstaunlich ungehemmt auf seinen tatverdächtigen Nachbarn ballern.

Offensichtlich ließ das Erste die neuseeländische Krimireihe nicht von ungefähr recht lange reifen. Sie ist bereits seit 2014 in verschiedenen Ländern unterwegs.


Quelle: teleschau – der Mediendienst