Wie fast kein anderer Industriezweig wird in der öffentlichen Wahrnehmung und in oft kitschiger Werbung die Milchherstellung verklärt. Der Dokumentarfilm leuchtet kritisch hinter die Kulissen von Massentierhaltung und Hightech-Landwirtschaft.

Kaum eine Milchverpackung, die nicht ohne stilisiertes Idyll von grasenden Kühen auf Bergwiesen oder vor einem romantisch in einer Wiesenlandschaft gelegenen Einödhof auskommt. Kaum ein Produkt, das den Konsumenten schamloser die Illusion einer vorindustriellen, "heilen" Bauernwelt vorgaukelt. Die Realität in der Milchviehwirtschaft sieht oftmals ganz anders aus, was selbst Großstadtkinder, die schon einmal einen Blick in einen Stall geworfen haben, eigentlich rasch bestätigen können.

Grimme-Preisträger Andreas Pichler nimmt in seinem 90-minütigen Dokumentarfilm "Das System Milch" die Agrarindustrie unter die Lupe. Sein Fokus gilt diesmal der Milch.

Natürlich gibt es sie noch, die heile bäuerliche Welt. Aber eben auch das genaue Gegenteil. Das Geschäft mit dem weißen, nährstoffreichen Trunk, aber auch den vielen Millionen Tonnen Milchpulver, die in Europa jährlich den Markt fluten, hat sich zu einer milliardenschweren Hochleistungslieferkette gewandelt – mit vielen Schattenseiten, die es nie auf die bunten Etiketten schaffen würden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst