Der aktuelle KiKA-Themenschwerpunkt "Respekt für meine Rechte" geht der Frage nach, wie das Miteinander verschiedener Kulturen in Deutschland gelingen kann. Popstar Adel Tawil kennt sich damit aus. Er ist zu Gast in der Spielshow "Weltreise Deutschland" (24. November, 19.30 Uhr).

Sie sind in Deutschland geboren, haben einen ägyptischen Vater und eine tunesische Mutter. Sind Sie ein Musterbeispiel für gelungene Integration?

Ich bin in der Berliner Siemensstadt groß geworden, ein Multi-Kulti-Arbeiterviertel mit Deutschen, Franzosen, Türken, Griechen, Israelis und Arabern in der Schule. Für mich war das das Normalste auf der Welt, denn das Wort "Integration" gab es damals noch nicht.

Wie kann das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen gelingen?

Wir müssen aufeinander zugehen, miteinander sprechen und den anderen zuhören. Abschottung ist fehl am Platz. Man sollte seine Traditionen pflegen, aber auch für alles andere offen sein.

Ihr Song "Eine Welt, eine Heimat" auf dem aktuellen Album "So schön anders" gibt einen Funken Hoffnung auf mehr Menschlichkeit.

Ich habe dabei an John Lennon gedacht. Die Welt muss zusammenrücken, auch mit Blick auf globale Themen wie den Klimawandel. Das Klein-Klein-Denken müssen wir vergessen.

"Ich + Ich" ist seit sieben Jahren in der Kreativpause. Kommt da noch mal was?

Annette (Humpe, Anm. d. Red.) hat sich ein wenig zurückgezogen. Unser Konzept der Zusammenarbeit bei diesem Projekt war immer ein Kompromiss zwischen Annette und mir. Die Zeit, bis wir damals mit "Vom selben Stern" beide glücklich waren, war sehr nervenaufreibend. Aber ich habe die Zeit mit ihr und "Ich + Ich" geliebt. Annette ist die beste Texterin, die ich kenne.

Interview: Matthias M. Machan.