Statement über angeblichen Wahlbetrug

Stars empört über Trump – Nachrichtensender schalten weg

Der Schauspieler Marc Ruffalo war nur einer von vielen Prominenten, die Trumps umstrittene Rede im Nachhinein kritisierten.
Der Schauspieler Marc Ruffalo war nur einer von vielen Prominenten, die Trumps umstrittene Rede im Nachhinein kritisierten.  Fotoquelle: Mark Metcalfe/Getty Images for Disney

Es war gegen 1 Uhr morgens deutscher Zeit, als Donald Trump im Weißen Haus vor die Presse trat und ohne jegliche Beweise von Wahlbetrug sprach. Nicht nur Hollywood-Stars waren empört, zahlreiche Nachrichtensender brachen die Live-Übertragung sogar ab.

Zwei Tage nach der Wahl des künftigen US-Präsidenten hat der derzeitige Amtsinhaber Donald Trump mit einer Ansprache für Empörung gesorgt: Er habe die Wahl gewonnen, behauptete der 74-Jährige, noch bevor alle Stimmen ausgezählt sind. Zudem warf er den verantwortlichen Wahlhelfern vor, es seien "illegale" Stimmen abgegeben worden. In den sozialen Netzwerken machten zahlreiche Hollywood-Stars ihrem Ärger daraufhin Luft.

Der Schauspieler Marc Ruffalo ("The Avengers") etwa twitterte: "Es gibt nicht den geringsten Beweis für das, was Trump behauptet. Es sind alles Lügen, und es wird nirgendwo hinführen, denn vor Gericht hat er alle Klagen bis auf eine verloren, weil er keine glaubwürdigen Ansprüche hat." Später fügte der 52-Jährige hinzu: Der Präsident habe einfach gejammert, gelogen und wieder gejammert. Am Ende sei er schließlich weggelaufen.

Ähnlich sah es auch Ruffalos Filmkollege Chris Evans ("The Avengers"): "Wow. Hey, Republikaner", twitterte der 39-Jährige. "Hören Sie dieser zum Leben erwachten Toilettenspucke zu, die über die Integrität unseres demokratischen Prozesses lügt?"

Der Filmregisseur Michael Moore bezeichnete den Auftritt Trumps als "verblüffend, aus den Angeln gehoben, atemberaubend". Er sei eine "Gefahr für Amerika und die Welt, eine Bedrohung für die Gesellschaft". Er bezeichnete den Präsidenten zudem als "lahme Ente".

Der Schauspieler Josh Gad ("Die Schöne und das Biest") zeigt sich derweil nicht besonders überrascht über das Auftreten des Präsidenten: "Er hat damit angefangen, Mexikaner Vergewaltiger zu nennen. Wie dachten Sie, würde es enden?", fragte der 39-Jährige an seine Follower gewandt.

Paul Feig nutzte seinen Twitteraccount, um auf all jene Menschen aufmerksam zu machen, die seit zwei Tagen die Stimmzettel auszählen. Zu einem GIF, welches eine applaudierende Menge zeigt, schrieb der Regisseur ("Ghostbusters"): "Der Präsident weiß Ihre selbstlose Arbeit vielleicht nicht zu schätzen, aber wir anderen schon. Sie alle sind wahre Patrioten, und wir können Ihnen nie genug danken."

Die US-amerikanische Nachrichtensendung "The Daily Show" machte sich über die Bemerkungen Trumps zu Philadelphia lustig, indem sie an den Twitteraccount des Präsidenten gerichtet twitterte: "Wir haben frische Beweise, Beweise aus West-Philadelphia, dass ein paar Jungs nichts Gutes im Schilde führen und anfangen, in der Nachbarschaft Ärger zu machen." Der Moderator beschrieb im Verlauf der Sendung zudem den Unterschied zwischen Trump und seiner ehemaligen Herausforderin Hillary Clinton: Diese habe sich nach ihrer Niederlage 2016 zurückgezogen. Trump hingegen schleppe einen nach dem anderen in den Zeugenstand.

"Lüge um Lüge um Lüge, erbärmlich!"

Auch der ehemalige Vizepräsident Al Gore zeigte kein Verständnis für Trumps Ungeduld. Dem Fernsehsender NBC News sagte der 72-Jährige: "Zunächst einmal ist dies eine völlig andere Wahl als die vor 20 Jahren. Joe Biden hat mehrere Wege, sich seinen Sieg zu sichern." Der wichtigste Grundsatz sei aber, alle rechtmäßig abgegebenen Stimmen zu zählen und dem Willen des amerikanischen Volkes zu gehorchen. Über Trumps Vorwurf des Wahlbetrugs sei er sehr enttäuscht.

Einige US-amerikanische Medien, darunter ABC, NBC und MSNBC, hatten die Ausstrahlung von Trumps Rede in der Mitte eingestellt. Die Chefredakteurin der Zeitung "USA Today" twitterte: "Präsident Trump behauptete ohne Beweise, dass die Präsidentschaftswahlen korrupt und betrügerisch waren. Wir haben den Livestream seiner Äußerungen vorzeitig gestoppt und das Video von allen unseren Plattformen entfernt." Die Kommentatoren von NBC und MSNBC reagierten im Anschluss an die Rede ebenso entsetzt.

Für seine Entscheidung wurde der Sender NBC im Nachhinein von dem Schauspieler George Takei ("Star Trek") auf Twitter gelobt: "So berichtet man und dann schneidet man ihn ab. Danke NBC!"

CNN zeigte die Rede zwar gänzlich, doch der Moderator Jake Tapper kommentierte danach: "Lüge um Lüge um Lüge, erbärmlich!"


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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