Serie bei ARTE

"The Pleasure Principle": Durch einen wilden Krimi-Osten

von Andreas Schoettl

In Odessa, Prag und Warschau werden drei Frauenleichen gefunden. Was haben die Fälle miteinander zu tun? Drei sehr unterschiedliche Polizisten ermitteln über Landesgrenzen hinweg.

ARTE
The Pleasure Principle – Geometrie des Todes
Serie • 05.11.2020 • 21:45 Uhr

Was verbindet Odessa in der Ukraine, die polnische Hauptstadt Warschau und Tschechiens "Goldene Stadt" Prag? Zunächst nicht viel. Bis auf eine weitere geografische Lage in Mittel- beziehungsweise Osteuropa. Dass die drei Länder zwischen skandinavischen Serien und den US-amerikanischen Dauerproduktionen zumindest im Krimigenre noch in einem schwarzen Loch stecken, nutzt der polnische Filmemacher Dariusz Jablonski ("Der Fotograf") geschickt für seine zehnteilige Serie "The Pleasure Principle – Geometrie des Todes". Zwischen eben Odessa, Warschau und Prag spannt er nicht nur ein dichtes Netz aus Korruption und dubiosen Geschäften. Die unterschiedlichen östlichen Städte selbst mit ihren Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten setzt er immer wieder beeindruckend in Szene. Bei ARTE ist die Reihe nun zu sehen.

Jablonskis Husarenritt durch einen scheinbar "wilden Osten" beginnt auf dem Schwarzen Meer. Nahe Odessa treibt eine verstümmelte Frauenleiche in einem führerlosen Boot. Ihr wurde die Kehle aufgeschlitzt, zudem professionell der rechte Arm abgetrennt. Kommissar Serhij Franko (Sergej Strelnikow) vermutet zunächst die Mafia hinter dem grausamen Mord. Weitere Ermittlungen kann er nicht anstellen. Jablonski gönnt ihm keine Zeit. Schnitt! Nächster Schauplatz Warschau. In der polnischen Hauptstadt entdeckt Kommissarin Maria Sokolowska (Malgorzata Buczkowska) den sauber abgetrennten Arm einer Frau. Auch in einem Prager Theater wird ein Frauenarm gefunden. Hier übernimmt der zermürbt wirkende Viktor Seifert (Karel Roden) die Ermittlungen.

Schnell wird aus "The Pleasure Principle" ein atemberaubendes Puzzlespiel, wenn der passende Arm zu einer Leiche oder eben umgekehrt gefunden werden muss. Doch nicht nur das. In den drei sehr unterschiedlichen Städten leiten drei sehr unterschiedliche Kommissare die Ermittlungen. Jeder mit einer eigenen Vergangenheit, die mitunter schwer wiegt. Franko, den Polizisten in Odessa, plagt das Schicksal seiner Mutter, Sie wurde einst Opfer eines Serienkillers.

Die Spannung der Reihe liegt darin, wie Jablonski drei Fälle in drei unterschiedlichen Städten und vor allem seine drei Ermittler zusammenführt. Dass nur die Mafia oder womöglich doch ein Serienkiller hinter einem perfiden Plan stecken würden, wäre dann doch zu einfach. Die Herausforderung für Polizei und vor allem den Zuschauer besteht darin, sich durch ein Dickicht aus vielfachem Mord und weiter verzweigten Verstrickungen zu arbeiten. Diese reichen letztendlich bis in höchste Machtsphären hinauf. Und das sowohl in Odessa, in Warschau und in Prag.

ARTE zeigt zunächst drei aufeinanderfolgende Episoden der internationalen Co-Produktion in Zusammenarbeit mit dem ZDF. Die Teile vier, fünf und sechs folgen am Donnerstag, 12. November, 21.45 Uhr. Vier aufeinanderfolgende Episoden schließen die ungewöhnliche wie fordernde Reihe am Donnerstag, 19. November, ab 21. 45 Uhr ab.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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