03.11.2020 Rebecca Immanuel im Interview

50. Geburtstag, neuer Film und ein Weihnachtsalbum

von Lara Hunt
Schauspielerin Rebecca Immanuel.
Schauspielerin Rebecca Immanuel.  Fotoquelle: Mirjam Knickriem
TV-TIPP

"Katie Fforde: Für immer Mama"

22. November, 20.15 Uhr, ZDF

Gar nicht so einfach, einen Gesprächstermin mit Rebecca Immanuel zu finden. Die Schauspielerin hat viel um die Ohren. Am 13. November feiert sie ihren 50. Geburtstag und erfüllt sich einen Herzenswunsch: Sie veröffentlicht ein Weihnachtsalbum. Ein paar Tage später, am 22. November, ist sie im ZDF zu sehen, im 40. Katie-Fforde-Film "Für immer Mama". Unseren ersten Termin muss Immanuel verschieben, es gibt Probleme mit dem Album. Womöglich kann der Erscheinungstermin nicht gehalten werden. Ein paar Tage später hat sie dann aber Zeit für uns.

Frau Immanuel, schön, dass es jetzt klappt. Ist denn mit dem Album alles gut gegangen?

Ja, zum Glück. Aber ich konnte keinen Kaffee mehr trinken, mein Blutdruck war so hoch. Wir nehmen jetzt ein paar instrumentale Tonspuren neu auf. Ich bin mir sicher, dann wird es gut. Das Album steht unter einem guten Stern. So etwas ist ein Prozess, der Zeit braucht – und die war knapp. Aber ich arbeite mit Leuten zusammen, die ich kenne und die sich bewährt haben. Das macht sich bezahlt.

Warum überhaupt ein Weihnachtsalbum?

Das hängt mit dem Zeitpunkt meines Entschlusses zusammen. Und der fiel Anfang Mai, als mein Geschenk an mich zu meinem 50. Geburtstag. Da passte das gut. Außerdem liebe ich den Weihnachtszauber, den Duft von Schnee und das Glitzern früh morgens auf den Dächern. Da kam ein Weihnachtsalbum infrage. Und für jedes andere Album hätte ich die Songs selber geschrieben, aber das hätte ich in so kurzer Zeit nicht geschafft.

Das heißt, da kommt vielleicht später noch mehr?

Auf jeden Fall. Es sei denn, die Leute sagen: Bitte, bitte nicht. Aber selbst dann mache ich es vielleicht trotzdem für mich. Kaum einer weiß, wie lange ich schon singe, dass ich das schon in der Mittelschule gemacht habe und bei meinem Austausch in Amerika vor der ganzen Highschool gesungen habe.

Während viele Ihrer Kollegen dieses Jahr unter den Folgen der Corona-Krise leiden, machen Sie ein Album, sind im Fernsehen zu sehen und freuen sich auf ihren 50.

So soll das sein. Ich freue mich total, dass die Dinge sich fügen. Früher dachte ich, ich könnte die Dinge beeinflussen. Aber seit zehn Jahren lebe ich mit dem Wissen, dass man das nur bis zu einem bestimmten Grad kann und dann darauf vertrauen muss, dass alles so kommt, wie es kommen sollte.

Wie meinen Sie das?

Nehmen wir meinen Katie-Fforde-Film, den ich wirklich mag, weil er die wichtige Botschaft hat, dass man nie zu alt ist, um Träume zu verwirklichen. Eigentlich sollte der im Mai erscheinen, und ich dachte schon: Schade, wenn das Wetter schön ist, sehen den nicht so viele. Dann kam Corona, und er wurde verschoben. Als er in den Herbst gelegt wurde, war ich glücklich, weil er dann mehr Menschen erreicht.

Wahrscheinlich freut sich nicht jede Frau auf ihren 50. Geburtstag. Bei Ihnen schwingt tatsächlich nur Freude mit?

Natürlich. Ich feiere grundsätzlich gerne Geburtstag. Als Kind habe ich gedacht: Man wird alt. Aber eigentlich bleibt man als Mensch doch immer der, der man ist. Die Hülle altert, das ist alles. Es gibt da so viele inspirierende Vorbilder, Jane Goodall oder Vivienne Westwood zum Beispiel, die die Welt verändern und bereichern. Eine Altersleistung birgt doch auch einen unglaublichen Schatz. Ich empfinde eine kraftvolle friedliche Gelassenheit, bin angstfrei und gut beschäftigt. Einen Film für 2020 habe ich sogar abgesagt. Die Work-Life-Balance muss ja auch noch stimmen.

Das heißt, Sie haben auch keine Angst, weniger Rollen angeboten zu bekommen, weil Sie älter werden?

Nein, weil ich mich davon nicht abhängig mache.

Also gibt es im deutschen Fernsehen keine Altersdiskriminierung?

Doch, auf jeden Fall – nicht nur bei Frauen, auch bei Männern. Bei Frauen ist die Zeit zwischen Ende 30 und 60 gefährlich, denn es gibt keine Rollen. Man kann die Geliebte, die Ehefrau, die Business-Frau spielen – oder die Oma. Aber das scheint sich zu ändern. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wurde eine Frauenquote eingeführt, und ich habe seit zwei Jahren mit so vielen Frauen wie noch nie zusammengearbeitet. Trotzdem ist es für Frauen immer noch ein weiter Weg.

Auch bei der Bezahlung?

Ziemlich sicher. Ich habe auch schon mal für eine Hauptrolle verhandelt, bei der eine Anfänger-Gage geboten wurde. Meine Agentin hat gesagt: So ein Angebot würden die dem männlichen Hauptdarsteller nie machen. Bei Männern wird anders kalkuliert. Man nimmt die Gage der Frau und packt noch einen satten Schlag oben drauf. Am Ende haben wir uns dann aber fair geeinigt.

Große Bekanntheit haben Sie durch die Serie "Edel & Starck" erlangt. Wie oft werden Sie darauf angesprochen?

Täglich. Da haben wir letztens erst im Tonstudio drüber gesprochen: Wir kennen niemanden, der es nicht kennt, und niemanden, der es nicht liebt. Ich würde mich auch sehr über eine Neuauflage oder einen "Edel & Starck"-Film freuen. Es gab da auch schon Petitionen. Wer weiß, vielleicht klappt es irgendwann.

TV-TIPP

  • "Katie Fforde: Für immer Mama"
  • Sonntag, 22. November
  • 20.15 Uhr
  • ZDF

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