Rosenkrieg mit Amber Heard

Johnny Depp verliert "Frauenschläger"-Prozess gegen Zeitung

Viele Wochen lang lieferten sich Johnny Depp und seine Ex-Frau Amber Heard einen Rosenkrieg vor Gericht. Der Schauspieler hatte gegen eine britische Boulevard-Zeitung geklagt. Nun ist das Urteil da.

Wochenlang standen die Hollywoodstars Johnny Depp und Amber Heard vor Gericht und beschuldigten sich gegenseitig, während ihrer Beziehung gewalttätig gewesen zu sein. Der Hintergrund: Als die Boulevardzeitung "The Sun" Depp 2018 in einem Artikel als "Ehefrauen-Schläger" kritisierte, klagte der Schauspieler gegen die Zeitung. Nun wurde das Urteil im Prozess verkündet: Der "Fluch der Karibik"-Star den dreimonatigen Prozess und damit die Verleumdungsklage gegen die Zeitung verloren.

Das Urteil bedeutet, dass die Zeitung den Schauspieler weiterhin als "Frauenschläger" bezeichnen darf. "'The Sun' setzt sich seit über 20 Jahren für die Opfer von häuslicher Gewalt ein und setzt sich für sie ein", kommentierte ein Sprecher der Zeitung den Richterspruch, der wegen der Corona-Pandemie online verkündet wurde. Der Zeitungssprecher weiter: "Opfer von häuslicher Gewalt dürfen niemals zum Schweigen gebracht werden, und wir danken dem Richter für seine sorgfältige Überlegung und danken Amber Heard für ihren Mut, vor Gericht auszusagen."

Am 7. Juli hatten sich Johnny Depp und Amber Heard erstmals vor Gericht in London getroffen. In dem Verfahren klagte der 57-jährige Schauspielstar gegen die britische Boulevardzeitung "The Sun", die 2018 in einem Artikel die Behauptung aufstellte, Depp sei ein "Frauenschläger" ("wife beater") und habe Heard körperlich misshandelt. Diese Vorwürfe wies Depp zurück, klagte gegen den Herausgeber der Boulevardzeitung, News Group Newspapers (NGN), und den Chefredakteur Dan Wootton. Im Gegenzug beschulidgte Depp seine Ex-Frau, ihm gegenüber gewalttätig gewesen zu sein. Der "Fluch der Karibik"-Star äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme und warf seiner Ex-Frau vor, ihm mehrfach ins Gesicht geschlagen zu haben. Depps Ex-Partnerinnen Winona Ryder und Vanessa Paradis gaben im Zuge der Beweisaufnahme entlastende Erklärungen ab.

Verteidiger Sherborne hatte in seinem Schlussplädoyer bekräftigt: "Sie ist die Täterin, nicht Herr Depp. Er ist kein Frauenschläger." Der Schauspieler hatte im Gegenzug seine Ex-Ehefrau beschuldigt, gegen ihn gewalttätig gewesen zu sein – sie soll zum Beispiel eine Flasche nach ihm geworfen haben, wodurch ein Teil seines Fingers abgetrennt worden war. "Ihre physische Gewalt ihm gegenüber, ihre beginnende physische Gewalt, wie sie zugibt, macht sie zum häuslichen Missbraucher, nicht ihn", so Sherborne. Er bezeichnete Heard in seinem Schlussplädoyer als "völlig unzuverlässige Zeugin" und "zwanghafte Lügnerin".

Auch die Gegenseite äußerte zum Abschluss scharfe Worte: Die Anwälte der Boulevardzeitung beschrieben Depp als "hoffnungslosen Süchtigen". In einem Statement erklärte Amber Heard: "Es war unglaublich schmerzhaft, die Trennung meiner Beziehung noch einmal zu erleben, meine Motive und meine Wahrheit in Frage gestellt zu bekommen und die traumatischsten, intimsten Details meines Lebens mit Johnny vor Gericht und in der ganzen Welt bekanntzumachen." Außerdem stellte sie klar: "Ich bleibe bei meiner Aussage und setze nun mein Vertrauen in die britische Justiz."

Depp und Heard hatten sich 2011 bei den Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennen- und liebengelernt. 2015 folgte das romantische Jawort, das jedoch 2016, nach nur 15 Monaten Ehe, in einer Schlammschlacht endete. Die Scheidung wurde 2017 rechtskräftig.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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