"Armes, reiches New York – Die ungleiche Krise"

New York, Corona und die Schere zwischen Arm und Reich

von Andreas Schoettl

In New York schlug das Coronavirus besonders hart zu. Viele Menschen verloren ihr Leben. Die Stadt ist seitdem nicht mehr zur Ruhe gekommen. Im Gegenteil! Nun droht sie endgültig: die Spaltung zwischen den vielen Armen und den einigen Reichen.

ARD
Armes, reiches New York – Die ungleiche Krise
Dokumentation • 04.11.2020 • 23:20 Uhr

Viele sind bereits gegangen. Nein, sie sind geflüchtet. Erhebungen von Daten ergaben das. Nur von März bis Mai haben 420.000 New Yorker die Stadt verlassen. Im Süden von Manhattan standen bereits im Juni fünf Prozent der Apartments leer, in den reicheren Vierteln fast die Hälfte aller Wohnungen. Viele Wohlhabende waren direkt in die Hamptons geflohen, dem reichsten Strandgebiet vor den Toren New Yorks. Jedoch: Das muss man sich schon leisten können.

Menschen wie Emerita Ramoon, eine alleinerziehende Mutter lateinamerikanischer Herkunft, oder Kevin Smith Kirkwood, ein schwarzer homosexueller Schauspieler, können sich keinen Meeresblick aus einer Villa heraus erlauben. Sie sind in New York geblieben. Sie mussten bleiben. In einer Stadt, in der allein im April fast 800 Menschen gestorben sind an den Folgen von Covid-19. Und das täglich. Dazu kam ein dreimonatiger Shutdown. Alles geschlossen: Kneipen, Bars, Restaurants, die Theater am Broadway. Nur Schrittweise erfolgte eine Lockerung. Die Alleinerziehende Ramoon war plötzlich ohne Job, Schauspieler Kirkwood ohne Gage.

Die Autorinnen Stefanie Dodt und Christiane Meier haben über die Dauer von acht Monaten New Yorker wie Ramoon und Kirkwood begleitet. Sie waren aber auch bei Familie Bickley. Wegen der Pandemie leben die Bickleys nun in den Hamptons. In einer Villa! Dort scheint alles sicher. Zumindest können die Töchter Sophie und Charlotte ihre "Arbeit" als Mode-Influencerinnen fortführen.

Der Film zeigt in seiner Langzeitbeobachtung, wie gerade die Pandemie die Armen und Reichen noch mehr gespalten hat. New York dient dabei "nur" als Brennglas. Hier waren die Grenzen zwischen Arm und Reich schon immer klar gezogen. Zuletzt bestimmte nur noch das Wohnviertel das Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren. Durch die Pandemie wurde die Gesundheit erst recht zum Luxusgut.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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