"ZDFzeit"-Doku

"Ein Staat geht – Abschied von der DDR": ein Jahr des Umbruchs

von Christopher Schmitt

Vom Mauerfall am 9. November 1989 bis zur Wiedervereinigung ein knappes Jahr später erlebten die DDR-Bürger bewegte Tage und historische Veränderungen. Eine "ZDFzeit"-Dokumentation widmet sich dieser turbulenten Zeit – und ordnet persönliche Geschichten in einen übergeordneten Zusammenhang.

ZDF
ZDFzeit: Ein Staat geht – Abschied von der DDR
Dokumentation • 29.09.2020 • 20:25 Uhr

328 Tage lagen zwischen dem Mauerfall und der Wiedervereinigung. 328 Tage, die für die DDR-Bürger teils von Hoffnung und Zuversicht, teils aber auch von Ungewissheit und Ängsten geprägt waren. Die letzten Monate der DDR sind nicht weniger als die Zeit einer historischen Umwälzung. 40 Jahre lang wurde ein sozialistischer Staat aufgebaut, der urplötzlich als Auslaufmodell galt. Die "ZDFzeit"-Dokumentation "Ein Staat geht. Abschied von der DDR" widmet sich anlässlich von 30 Jahren Deutscher Einheit dieser Ära, in der mit atemberaubender Geschwindigkeit Geschichte geschrieben wurde.

Der Film von Regisseurin und Autorin Christin Köppen ordnet persönliche Schicksale, unter anderem von "Bauer sucht Frau"-Moderatorin Inka Bause, die aus Leipzig stammt, in einen historischen Zusammenhang ein. "Wir sind gleich. Wir sind nur unterschiedlich groß geworden. Wir in Käfighaltung – und ihr in Freilandhaltung", kommentiert Bause das Aufwachsen in unterschiedlichen Systemen.

HALLO WOCHENENDE!
Noch mehr TV- und Streaming-Tipps, Promi-Interviews und attraktive Gewinnspiele: Zum Start ins Wochenende schicken wir Ihnen jeden Freitag unseren Newsletter aus der Redaktion.

Damals, in dieser Zeit des Wandels, schien alles möglich, sogar ein "Dritter Weg" zwischen Kapitalismus und Sozialismus, den sich viele DDR-Bürger in Dresden erträumen. Ulla Wecker und ihre Mitstreiter rufen sogar einen eigenen Staat aus – es gibt eine eigene Flagge sowie eine eigene Währung. Die "Bunte Republik Neustadt" vom Elbufer bleibt selbstverständlich inoffiziell – aber ein Symbol des Umbruchs.

Nicht jeder jubelt über den Untergang des sozialistischen Deutschlands. Eberhard Aurich ist eingefleischter Kommunist, seit 1984 war er Vorsitzender der staatlichen Jugendorganisation "Freie Deutsche Jugend" (FDJ). Im Herbst 1989 erfolgte sein Rücktritt. Ebenso wie der Staat wird auch die FDJ abgewickelt. Auch abseits ideologischer Beweggründe bringt die Wende für viele Millionen Menschen neue Probleme – beispielsweise Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit.

Nachgespielte Szenen ergänzen die Dokumentation. So begibt sich beispielsweise Fußball-Manager Reiner Calmund 1990 auf die Suche nach günstigen und guten Spielern im Osten. Sein Ziel: Er will den Stürmerstar Andreas Thom vom BFC Dynamo aus Ost-Berlin zu Bayer 04 Leverkusen lotsen. – Der unterhaltsame Film bemüht sich einmal mehr um die ganz große Klammer, versteht sich, dass es dann hier und da an Tiefe fehlt.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
Das könnte Sie auch interessieren