29.09.2020 "Tatort" aus Berlin

Ein Mord zum 90. Geburtstag

Meret Becker untersucht den Fall "Keller".
Meret Becker untersucht den Fall "Keller".  Fotoquelle: rbb/Stefan Erhard

Der Berliner Unternehmer und "Wende-Gewinner" Klaus Keller wird an seinem 90. Geburtstag ermordet. Um seinen Hals hängt ein Schild "Ich war zu feige, für Deutschland zu kämpfen".

TV-TIPP

"Tatort: Ein paar Worte nach Mitternacht"

4. Oktober, 20.15 Uhr

ARD

Kellers Firma baut gerade ein Shoa-Zentrum in Israel. Ins Visier der Kommissare Nina Rubin und Robert Karow geraten Klaus Kellers Bruder Gert, Ex-Stasi-Offizier, sowie sein rechtsradikaler Sohn Fredo. Doch warum ist ein Jugendfoto der Brüder aus der Wohnung des Ermordeten verschwunden?

Klingt konstruiert? Ist konstruiert. Der Berliner Tatort will viel: Da tummeln sich in 90 Minuten Linke und Rechte, Vereinigungsgewinner und -verlierer, es geht um die HJ, Antisemitismus, die Stasi, den Mauerbau. Kein gesellschaftliches Thema wird ausgelassen. "Ein paar Worte nach Mitternacht" nimmt dabei einfach zu viel in den Mund und verschluckt sich dabei an der eigenen Wichtigkeit. Zudem irritiert der Tatort mit sehr schablonenhaften Figuren. Schade, das spannende Thema "Wiedervereinigung" gäbe mehr her.


Quelle: ff
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