Kein Mensch wird als Mörder geboren, sagen Gerichtsgutachter und Psychologen. Doch welche Rolle spielen die Gene dabei, wenn Menschen zu Tätern werden? Eine ARTE-Doku ergründet Zusammenhänge.

Es gut zu wissen: Kein Mensch kommt als Übeltäter oder gar Massenmörder zur Welt. Doch sind böse Menschen Kranke oder Monster? – Der ZDF / ARTE-Film "Die Biografie des Bösen" (Autoren: Gerrit Jöns-Anders und Amrei Topçu) versucht mithilfe von Biologen, Psychologen und erfahrenen Gutachtern die Herkunft des Bösen zu erklären. Zum Vorschein kommt: Täter sind oft Menschen, die eine "ziemlich banale Normalität" aufweisen, wie ein Gutachter sagt. Das Böse an sich gebe es nicht, man müsse da umdenken, wissen die Psychologen. Zwar gebe es "ein Set von Risiko-Genen", die alle Menschen in sich tragen, doch was treibt diese Gene an, um auch aktiv zu werden?

Im Nachhinein scheint manches sehr erklärlich: die Ablehnung als Ursache, die Nichtanerkennung durch die Umwelt, die Isolation. Der Norweger Anders Breivik, der auf einer Insel bei Oslo im Juli 2011 77 junge Menschen ermordete, weil er zur historischen Lichtgestalt werden wollte, mag ein Beispiel für solche Dispositionen sein, ebenso wie der Frauenmörder Jack Unterweger, der keinerlei Liebe von der Mutter erfuhr. Doch die Dokumentation geht noch einen Schritt weiter, sie fragt: Wird unsere Gesellschaft insgesamt immer böser und damit zwangsläufig krimineller? Und welche Rolle spielen die Medien in diesem Zusammenhang?


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH