"Harter Brocken"

"Frank, wir haben einen Toten!"

von Hans Czerny

Den Dorfpolizisten droht die Versetzung an die Nordsee – denn sie sind hoffnungslos unterbeschäftigt. Doch dann taucht in dem kleinen Städtchen im Harz plötzlich die Mafia auf!

ARD
Harter Brocken: Die Fälscherin
Krimikomödie • 17.12.2020 • 20:15 Uhr

Schläfriger könnte es wieder mal nicht zugehen im Harzstädtchen St. Andreasberg. Im fünften Fall der 2015 gestarteten ARD-Donnerstagsreihe "Harter Brocken" droht die Schließung des Polizeireviers wegen Arbeitsmangels. Aus der Landeshauptstadt trifft denn auch schon eine junge Beamtin vom Ministerium ein, die untersuchen soll, "ob sich lohnt, was es kostet". Da hilft es wenig, dass die Bewohner eilig irgendwelche Kindesentführungen oder Schlägereien inszenieren, die nassforsche Landesbeamtin hat das schnell durchschaut.

Rettung kommt für den in sich ruhenden Dorfpolizisten Koops (Aljoscha Stadelmann) allerdings in dem Moment, als Briefträger Heiner (Moritz Führmann) mit dem Ausruf: "Frank, wir haben einen Toten!" um die Ecke biegt. Ein Mann fiel vom Dach eines Ferienhauses, der Beauftragte der kalabrischen Mafia war einem wertvollen Gemälde hinterher.

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Wie das kam, ist durchaus verzwickt. Holger Karsten Schmidt, Erfinder und Dauerautor der Reihe "Harter Brocken", wandelt diesmal auf Beltracchis Spuren: Im Harzstädtchen hat sich eine Kunstfälscherin eingemietet, um dort ihrer diffizilen Arbeit nachzugehen. Dumm nur, dass Anna Sorenko (Katharina Heyer) die kalabrische Mafia auf den Fersen ist, sie will einen berühmten Turner im Original zurück.

Polizist Koops, der sich als echter Kunstkenner erweist, erkennt schnell, dass hinter dem Dachsturz Größeres steckt. Alsbald tut er eine einstige Akademie-Kollegin der Malerin auf, unter deren Namen die Fälscherin in Andreasberg abgestiegen ist. So groß sei die Begabung der Mitschülerin gewesen, dass sie selbst alsbald den Pinsel niedergelegt und die Akademie verlassen habe, weiß die Zeugin zu berichten. Koops aber taucht später am Wirtshaustresen noch tiefer in die Seele der Fälscherin ein.

Recht turbulent geht es streckenweise zu in diesem Donnerstagskrimi. Auch wenn es dann ein ziemlich in die Leere laufendes Action-Feuerwerk aus Schusswechseln und Fensterklirren zu werden droht, das der Regisseur Anno Saul da serviert, offensichtlich vom Willen beseelt, sich von jedweder Harz-Idylle zu befreien. Ein bisschen Western-, ein bisschen Mafia-Parodie also.

Die Fans der Krimireihe dürfen sich allemal freuen: Zwei weitere Folgen wurden soeben abgedreht. Beim letzten Film im Dezember des vergangenen Jahres schalteten mehr als fünf Millionen Zuschauer ein.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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