27.02.2021 Zweite Staffel von "For Life"

Isaac Wright Jr.: "Die Herausforderungen draußen werden schnell zweitrangig"

von Rachel Kasuch

Seine Geschichte regt zum Nachdenken an – und gewährt tragische Einblicke in das marode US-Justizsystem. Isaac Wright Jr. wurde 1991 zu Unrecht im US-Bundesstaat New Jersey wegen angeblichen Drogenhandels zu lebenslanger Haft verurteilt – und schaffte es rund sieben Jahre später, sich als Rechtsanwaltsfachangestellter selbst zu befreien.

Sein brutaler Gefängnisalltag wurde in der ersten Staffel des US-Awaltsdramas "For Life" (über Sky Ticket abrufbar) auf erschreckende Art und Weise dargestellt. Und auch die zweite Staffel der zehnteiligen Erfolgsserie, die seit dem 24. Februar auf Sky Atlantic und über Sky Ticket zu sehen ist, schreckt vor nichts zurück! "For Life" bei Sky Ticket streamen.

Dabei geht es vor allem um die Herausforderungen, die Hauptdarsteller Nicholas Pinnock in seiner Rolle als Aaron Wallace in Freiheit überstehen muss. Isaac Wright Jr. stellte im Interview klar: "Es gibt unzählige Herausforderungen, über die du nachdenkst, wenn du aus dem Gefängnis entlassen wirst. Aber jede Herausforderung, die dir im wahren Leben begegnet, ist besser als die, mit der du im Gefängnis klarkommen musst. Die Herausforderungen draußen werden dann ganz schnell zweitrangig!" Gleichzeitig gab er jedoch zu: "Wenn man erst einmal in Freiheit ist, wird einem schnell bewusst, wie tiefgreifend die Paranoia ist, die man im Knast entwickelt. Plötzlich bist du in der realen Welt und nicht mehr in einer kleinen Zelle eingesperrt. Was auch immer für Gefahren da draußen lauern – sie sind zum Greifen nah. Das macht deine innere Paranoia natürlich nicht besser! Wenn hinter dir zum Beispiel ein Polizist über die Straße geht, glaubst du, dass er dich verfolgt. Wenn du an einer Straßenecke stehst und ein Fremder in deine Richtung zeigt, glaubst du, er zeigt mit dem Finger auf dich. Es gibt so viele Situationen, die diese Paranoia auslösen können. Es ist ein Zustand, der erst über mehrere Jahre langsam nachlässt und verblasst. Erst dann kann ein Ex-Häftling voll und ganz produktiv sein, ohne von diesen verrückten Gedanken abgelenkt zu werden."

Ob sich der US-Anwalt selbst als Vorbild für andere zu Unrecht verurteilte Häftlinge sieht? Nicht ganz, wie er beteuerte: "Ich habe mein ganzes Leben lang unter immensem Druck gelebt. Für mich ist ein gewisser Druck von außen also völlig normal. Ich denke nicht allzu viel darüber nach. Ich bin viel mehr darauf fokussiert, jeden Tag aufs Neue höchst aggressiv für einen strukturellen Wandel zu kämpfen. Ich verteidige Menschen, die Ungerechtigkeiten erfahren haben. Alleine deshalb stehe ich jeden Tag unter Druck. Aber dies ist das Leben, das ich für mich gewählt habe und diese Rolle fülle ich aus und akzeptiere den damit einhergehenden Druck."

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