"Tatort"-Star

Karin Hanczewski: Auf diese Klischees reagiert sie allergisch

Noch immer sind viele Frauenrollen mit Stereotypen verbunden, kritisiert Schauspielerin Karin Hanczewski. Besonders eine Sache nervt sie gewaltig.

Seit 2016 spielt Schauspielerin Karin Hanczewski in der ARD-Krimireihe "Tatort" die Oberkommissarin Karin Gorniak, seit 2019 ermittelt sie gemeinsam mit einer weiteren Frau, der Kommisarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel), in Dresden. Zwei Frauen: Kann das gut gehen? Ja, das kann es, auch ohne Zickenkrieg: Im Interview mit "MDR Kultur" kritisierte Hanczewski stereotype Frauenrollen im Film, wie sie sie auch in ihrer "Tatort"-Zeit erlebt habe.

"Sobald zwei Frauen Seite an Seite etwas spielen, muss irgendjemand sagen: Zickenkrieg oder Stutenbissigkeit. Ich reagiere wirklich allergisch dagegen", beschrieb Hanczewski das Problem. "Bei Männern gibt es nicht mal so ein Wort. Zwei Männer, die nicht einer Meinung sind, und trotzdem Seite an Seite irgendwie eine Arbeit machen, gelten als markant, die haben Charakter."

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Als Beispiel nannte die Schauspielerin den internationalen Hit "True Detective". Die Serie sei eingeführt worden mit der Tatsache, dass die beiden Ermittler sich "nicht wirklich grün" seien. Allerdings würde niemandem einfallen, das als "Zickenkrieg" zu bezeichnen, erklärte Hanczewski, die sich darüber ärgerte. Die 39-Jährige: "Warum kann man da nicht ein neues Narrativ erzählen? Warum können nicht auch zwei Frauenfiguren kraftvoll sein, beide eine unterschiedliche Haltung haben?"

Männer können in ihren Rollen bestimmte Dinge tun, aber Frauen nicht, kritisierte Hanczewski: "Ich finde das wirklich so grauenvoll, und ich hoffe, dass wir da neue Figuren erzählen, womit auch eine Frau wie ich oder die jungen Generationen, die heranwachsen, umgehen können und sich eine neue Identität aufbauen können."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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