Ausgerechnet ein Niederländer wurde einer der wichtigsten Kameramänner des Neuen Deutschen Films: Robby Müller kam 1968 nach Deutschland. Wegweisend war seine Zusammenarbeit mit Regisseur Wim Wenders. Gemeinsam realisierten sie stilprägende Werke wie "Alice in den Städten", "Der amerikanische Freund" und "Paris, Texas". Jetzt ist Müller im Alter von 78 Jahren in Amsterdam gestorben.

Auch in Amerika war die Arbeit des Niederländers hoch geschätzt. Mit der Arthouse-Koryphäe Jim Jarmusch drehte der öffentlich zurückhaltende Künstler Kultfilme wie "Down By Law" und "Dead Man". Auch der dänische Dogma-Visionär Lars von Trier ("Dancer in the Dark") setzte auf die Bilder des Mannes, den man "Meister des Lichts" nannte. Müller versuchte, so weit wie möglich auf künstliche Beleuchtung am Filmset zu verzichten.

In den letzten Jahren war Robby Müller gesundheitlich schwer angeschlagen. Er litt unter vaskulärer Demenz, die ihm das Sprechvermögen raubte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst